Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal

Oper im Steinbruch

Liebe Leser! Bei der „Oper im Steinbruch“ steht in diesem Sommer von 15. Juli bis 22. August Puccinis „Tosca“ am Spielplan. Erste Fotos vom Probenbeginn in St. Margarethen am Montag haben mich dazu inspiriert, mit euch schon jetzt einen gemeinsamen Blick auf eine der meistgespielten Opern der Musikgeschichte zu werfen. Begeben wir uns in das von politischen Unruhen und Napoleonischen Kriegen gebeutelte Rom des Jahres 1800. Doch Vorsicht! Liebe, Macht, Eifersucht und Verrat werden unsere stetigen Begleiter sein!

Von Nina Mayer

Nina Mayer und „Oper im Steinbruch“-Intendant Daniel Serafin beim Probenbeginn für Tosca.

Nina Mayer und „Oper im Steinbruch“-Intendant Daniel Serafin beim Probenbeginn für Tosca.

© Nina Mayer

Betrachten wir zuerst die Protagonisten:

Im Mittelpunkt steht die gefeierte Sängerin Floria Tosca. Sie ist eine Diva, die sich der berauschenden Wirkung ihrer Stimme sehr bewusst ist. Im Inneren jedoch ist sie zerbrechlich. Gefühle wie bedingungslose, leidenschaftliche Liebe und Eifersucht dominieren ihr Denken. Sie schwankt zwischen Stolz und emotionaler Verletzlichkeit. Tosca liebt und fühlt mit ganzer Seele, mit ganzem Herzen.

Ihr Geliebter ist der Maler Mario Cavaradossi. Er verkörpert den Künstler und Idealisten, der selbst unter Folter seine Überzeugungen nicht verrät, prinzipientreu in einer allzu korrupten Welt. Seine emotionale Stabilität steht im starken Kontrast zu Toscas Unbeständigkeit. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, liebt er sie aus ganzem Herzen.

Ihnen gegenüber steht der Polizeichef Baron Scarpia, eine erschreckende, dennoch faszinierende Gestalt, die Macht als Waffe einsetzt und glaubt, alles und jeden beherrschen zu können. Ein Abbild staatlicher Gewalt und der Motor, der den moralischen Zusammenbruch verursacht.

Vierter im Bunde ist Cesare Angelotti, ehemaliger Konsul der römischen Republik, nun geflohener politischer Gefangener. Er ist der „Stein des Anstoßes“, der Auslöser der tragischen Ereignisse. Sein Antrieb: purer Selbsterhaltungstrieb.

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal

© Nina Mayer

Worum geht es eigentlich?

Alles beginnt mit einem Mann auf der Flucht. Der politische Gefangene Cesare Angelotti ist aus dem Gefängnis entkommen und sucht Schutz bei Mario Cavaradossi. Für den Maler ist die Entscheidung selbstverständlich: Er hilft seinem Freund, obwohl er damit sein eigenes Leben aufs Spiel setzt.

Doch der mächtige Polizeichef Scarpia ist Angelotti bereits auf den Fersen. Skrupellos nutzt er Toscas Eifersucht aus, um an sein Ziel zu gelangen. Mit Lügen, Andeutungen und psychologischem Geschick sät er Zweifel in ihr Herz und bringt eine Kette von Ereignissen ins Rollen, die bald nicht mehr aufzuhalten ist.

Cavaradossi wird schließlich verhaftet. Selbst unter grausamer Folter verrät er seinen Freund nicht. Tosca jedoch muss mit ansehen, wie ihr Geliebter leidet. Um ihn zu retten, gibt sie schließlich das Versteck Angelottis preis, der sich das Leben nimmt, um einer erneuten Verhaftung zu entgehen.

Doch Scarpia verlangt mehr. Er verspricht Cavaradossis Freiheit, allerdings nur gegen den Preis, dass Tosca sich ihm hingibt. In ihrer Verzweiflung greift sie zum Messer und tötet den Polizeichef, allerdings erst, nachdem sie mit ihm einen Handel ausgearbeitet hat und einen Brief von ihm in den Händen hält, von dem sie glaubt, dass dieser die Rettung und Freiheit für sie und ihren Geliebten ermöglicht.

Was wie eine Rettung erscheint, entpuppt sich als grausame Täuschung. Scarpia hat gelogen. Die angekündigte Scheinhinrichtung wird zur Wirklichkeit. Cavaradossi wird erschossen. Als Tosca erkennt, dass ihr Geliebter tot ist und ihre Flucht unmöglich geworden ist, bleibt ihr nur noch ein letzter Ausweg. Verfolgt von Scarpias Männern, stürzt sie sich von den Mauern der Engelsburg in den Tod.

So endet Puccinis „Tosca“ als erschütternde Geschichte über Liebe und Macht, Hoffnung und Verrat, über Menschen, die für ihre Überzeugungen und ihre Gefühle alles zu geben bereit waren.

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal

© Nina Mayer

Zwischen Macht und Menschlichkeit

Aber „Tosca“ ist mehr als eine Liebestragödie. Die Oper zeigt den Kampf des Individuums gegen Willkür und Unterdrückung. Sie erzählt von Menschen, die trotz Angst und Gewalt an ihren Idealen festhalten. Wahrscheinlich wirkt das Werk gerade deshalb bis heute modern. Politische Verfolgung, Machtmissbrauch und die Sehnsucht nach Freiheit sind Themen, die niemals an Aktualität verlieren werden.

Puccinis Musik verleiht dieser Geschichte eine überwältigende emotionale Kraft. Von den düsteren Klängen, die schon zu Beginn berühren, bis zum erschütternden Finale entfaltet sich ein musikalischer Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Arien wie „Recondita armonia“, „Vissi d’arte“ (dem verzweifelten Aufschrei einer Frau, die nur für die Liebe und die Kunst gelebt hat und nun vor dem Abgrund steht) oder „E lucevan le stelle“ gehören zu den bewegendsten Momenten der Operngeschichte.

„Tosca“ ist Oper in ihrer reinsten Form: leidenschaftlich, schonungslos, herzzerreißend und überwältigend schön. Ein Werk, das unter die Haut und ins Herz geht, ein emotionales Erlebnis von monumentaler Kraft, das wir schon bald im Steinbruch St. Margarethen erleben werden dürfen.

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Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Oper im Steinbruch-Intendant Daniel Serafin mit seinem Künstlerteam für "Tosca".

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Regisseur Thaddeus Strassberger

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Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Intendant Daniel Serafin

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Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Kostümbildner Giuseppe Palella

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Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer

Tosca – Ein Monument aus Liebe, Leidenschaft und Schicksal
Probenbeginn Tosca

© Nina Mayer