Cselley Mühle: Mit Leidenschaft gegen die Corona-Krise

Erstellt am 07. Mai 2020 | 04:32
Lesezeit: 3 Min
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Oslip - Cselley Mühle: Mit Leidenschaft gegen die Corona-Krise
Die Tische im Innenhof der legendären Cselley Mühle bleiben vorerst leer, rund 30 Events mussten abgesagt werden. Rechts im Bild: Eveline Lehner blickt daher voller Sorgen in die Zukunft.
Foto: zVg Cselley Mühle
Die legendäre Event-Location treffen die Corona-Maßnahmen hart: Sie muss bis zu 30 Events absagen. Die „Mü“ wär aber nicht die „Mü“, wenn sie nicht einen Plan B hätte.
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Während Betriebe in einigen Branchen derzeit ihr Geschäft wieder langsam hochfahren können, ist die Corona-Situation für viele andere nach wie vor enorm schwierig.

Ein Bereich, der auch in der Vergangenheit sehr oft am Limit der finanziellen Möglichkeiten agieren musste, ist der heimische Kunst- und Kulturbetrieb. Die Osliper Cselley Mühle ist sicherlich eines der wichtigsten Kultur- und Veranstaltungszentren im Burgenland und ist von der derzeitigen Situation besonders hart betroffen.

Aus für 30 Events, Team auf Kurzarbeit

„Vom 14. März bis Ende August wurden rund 25 bis 30 Veranstaltungen abgesagt und leider konnten davon nur wenige verschoben werden. Ich muss ehrlich sagen, ich habe nicht gedacht, dass die Maßnahmen so lange anhalten würden“, erzählt Geschäftsführerin Eveline Lehner im Gespräch mit der BVZ. „Bei uns gibt es sowohl in der Gastronomie wie auch bei den Veranstaltungen 100 Prozent Ausfall. Man kann also sagen, die Krise hat uns rigoros getroffen.“

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Links: Die Tische im Innenhof der legendären Cselley Mühle bleiben vorerst leer, rund 30 Events mussten abgesagt werden. Rechts: Eveline Lehner blickt daher voller Sorgen in die Zukunft.
Foto: zVg Cselley Mühle

Die Mitarbeiter der Cselley-Mühle sind derzeit wie die vieler anderer Betriebe in Kurzarbeit, allerdings müssen auch deren Gehälter vorfinanziert werden, was die Situation enorm schwierig macht.

Allen Erschwernissen zum Trotz bleibt Lehner aber positiv: „Die Gastro kann wahrscheinlich erst Mitte Juni öffnen, wenn kleinere Veranstaltungen wieder erlaubt sind. Wir begreifen die gegenwärtige Situation allerdings auch als Chance, Neues auszuloten.“

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Foto: zVg Cselley Mühle

Aus heutiger Sicht erscheint es nur logisch, dass es größere Veranstaltungen wohl länger nicht geben wird: „Obwohl wir davon ausgehen müssen, dass der Veranstaltungsbetrieb als letzter hochgefahren wird, sind wir optimistisch“, betont Lehner. „Wir stecken voller Ideen und freuen uns auf einen großartigen Sommer mit Gästen und Freunden. Dabei wird es kleine Veranstaltungen wie „Sitzen und Schaun“, Workshops mit Töpfern und Malen, sowie Tamburica-Abende geben. Auch ein kleines Sommerfest ist geplant.“

E-Mails: „Macht’s bitte weiter!“

Lehner bezeichnet die Cselley-Mühle als einen sozialen Hotspot, der dem Austausch und der Ideenentwicklung dient. Gerade deshalb sei die Rolle dieses Ortes nach der herausfordernden Zeit der Isolation so wichtig.

Mit dieser Ansicht steht sie nicht alleine da: „Wir haben schon Mails von Leuten erhalten, die uns schreiben, dass wir bitte weiter machen sollen. Solche Gesten geben uns viel Kraft und Motivation. Die Unterstützung von Freunden und Besuchern brauchen wir jetzt ganz dringend, denn sie sind die Menschen, die die Mühle am Leben halten.“

Bei so viel Leidenschaft stehen die Chancen gut, dass die burgenländische Kulturinstitution auch diese schwierige Zeit bewältigen wird.

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