Drogen: Polizei nimmt Burgenlands Schulen ins Visier

Junge Dealerin in Eisenstadt war kein Einzelfall. Polizei verstärkt Aktionen, Schüler wehren sich gegen schlechten Ruf.

Wolfgang Millendorfer
Wolfgang Millendorfer Erstellt am 25. April 2018 | 06:25
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Eisenstadt Drogen: Schulen im Visier Drogen: Polizei nimmt Burgenlands Schulen ins Visier
Landes-Schulsprecher Sebastian Kopf (links) meint: „Drogen sind ein gesellschaftliches Problem.“ Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz (rechts): „Wir betreiben generell viel Präventionsarbeit.“
Foto: BVZ

Der Fall sorgte österreichweit für Aufsehen: Jene 16-jährige Schülerin, die mit dem Handel von Cannabis, Amphetaminen und Ecstasy an der Handelsschule Eisenstadt 200.000 Euro umsetzte, wurde vom Landesgericht zu einer teilbedingten Strafe von 15 Monaten verurteilt.

Hört man sich an den burgenländischen Schulen um, weiß man, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Das bestätigt auch der für Suchtmittel verantwortliche Kriminalbeamte Ernst Paul Schlaffer: „Es ist kein Einzelfall, aber ein Aufsehen erregender Fall.“

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Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz: „Wir betreiben generell viel Präventionsarbeit.“
BVZ

Grundsätzlich werde nicht in Schulen ermittelt, sondern im privaten Bereich. Die Schulen werden laut Kriminalpolizei nicht überwacht. „Wir werden aktiv, wenn wir von der Schulleitung informiert werden oder bei Hinweisen, dass in der Schule gedealt wird“, versichert Schlaffer.

Mit der Polizei wird auch in Sachen Prävention zusammengearbeitet. Im BVZ-Gespräch betont Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz (Bild links): „Unser Zugang ist die Aufklärung. Lehrer sind zudem angehalten, Auffälligkeiten zu melden. Hundertprozentig verhindern wird man das Ganze aber leider nie können.“

Landes-Schulsprecher Sebastian Kopf will indes nicht, „dass alle Schüler in einen Topf geworfen und verunglimpft werden“. An den Schulen laufe „auch vieles richtig“, so Kopf: „Bei der Prävention arbeitet die Schülervertretung eng mit den Direktionen zusammen.“