Ex-BHAS-Schülerin (16) agierte als Drogendealerin: Haft. Weil sie im größeren Stil mit Drogen gedealt haben soll, hat sich eine 16-Jährige am Mittwoch vor dem Landesgericht in Eisenstadt verantworten müssen.

Von Redaktion, APA. Update am 18. April 2018 (12:01)
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Die 16-Jährige vor dem Gericht in Eisenstadt
Elisabeth Kirchmeir

Eine 16-Jährige soll trotz ihres jungen Alters im Bezirk Eisenstadt Umgebung einen Drogenhandel im größeren Stil betrieben haben. Beim Prozess im Landesgericht Eisenstadt am Mittwoch wurde die Ex-Schülerin rechtskräftig schuldig gesprochen und erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe.  Bei dem Prozess befanden sich auch zahlreiche frühere Schulkollegen der Angeklagten im Publikum.

"Wollte halt finanziell unabhängig sein von der Familie"

Die Jugendliche soll laut Anklage zwischen April 2017 und Ende Februar des heurigen Jahres durch den Verkauf von 17,5 Kilogramm Cannabis, 100 Stück Ecstasy und 30 Gramm Speed mehr als 30.000 Euro Gewinn erzielt haben. Zwischen Juni 2015 und November 2017 soll sie auch selbst Drogen konsumiert haben.

Die Jugendliche bekannte sich schuldig. Ihre Mandantin habe sich überschießend geständig gezeigt, meinte Verteidigerin Astrid Wagner. Sie habe mehr gesagt, als man ihr hätte nachweisen können. Zum Drogenhandel sei sie durch ihren Ex-Freund gekommen.

Auch die 16-Jährige gab an, durch ihren damaligen Freund mit dem Dealen begonnen zu haben. "Ich wollte halt finanziell unabhängig sein von der Familie", erklärte die Jugendliche. "Durch illegale Geschäfte ein Einkommen zu erwirtschaften, ist definitiv der falsche Weg", entgegnete die Vorsitzende des Schöffensenats, Gabriele Nemeskeri.

Verkäufe nicht weit vom Schule, vom Geld nichts mehr übrig

Zehn bis 15 fixe Abnehmer soll die Ex-Schülerin gehabt haben. Laut Anklageschrift erfolgten die Bestellungen über Handy und den Nachrichtendienst Snapchat.

Staatsanwalt Roland Koch
Elisabeth Kirchmeir

Die Verkäufe sollen alle außerhalb des Schulgeländes stattgefunden haben - allerdings nicht weit davon entfernt, gestand die Jugendliche auf Nachfrage von Staatsanwalt Roland Koch ein.

Die 16-Jährige gab an, mit dem durch den Drogenverkauf erzielten Einnahmen eingekauft oder zum Essen eingeladen zu haben. Von dem Geld sei nichts mehr übrig. 1.430 Euro wurden sichergestellt.

In seinem Schlussplädoyer warnte der Staatsanwalt, es dürfe beim Urteil nicht der Eindruck entstehen, dass es sich bei den Vergehen um eine Kleinigkeit handle. "Fehlverhalten muss sanktioniert werden", sagte Koch.

Jugendliche bekam Bewährungshelfer zur Seite gestellt

Wagner sprach sich "in Anbetracht des bereits verspürten Haftübels" für ein mildes Urteil aus. Die rund zwei Monate in Untersuchungshaft wären belastend für die Jugendliche gewesen. Die 16-Jährige wolle nun nach Möglichkeit die Schule fertig machen oder eine Lehre beginnen.

Die Richterin verurteilte die Angeklagte zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, davon drei unbedingt. Staatsanwalt und Verteidigerin verzichteten auf Rechtsmittel, das Urteil ist somit rechtskräftig. Die Vorhaft wurde angerechnet, die Jugendliche wurde nach der Verhandlung bedingt aus der Haft entlassen.

Die 16-Jährige bekam einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt und wurde angewiesen, einen Nachweis erbringen, dass sie ihre Ausbildung fortsetzt oder eine neue beginnt. Auch eine Betreuung durch den Verein "Auftrieb" wurde vorgeschrieben. Von dem durch den Drogenhandel erwirtschafteten Geld wurden 5.000 Euro für verfallen erklärt. 1.430 Euro davon wurden sichergestellt, die restliche Summe muss die Ex-Schülerin noch zahlen.