Vorzeitiges Ende für Spar

Der seit beinahe fünf Jahrzehnten bestehende Nahversorger in Siegendorf schließt nun früher als geplant.

Erstellt am 20. Februar 2017 | 08:27
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Ausverkauf. Nach beinahe fünf Jahrzehnten schloss nun der Sparmarkt in Siegendorf.
Foto: Janisch

48 Jahre lang konnten Siegendorfs Einwohner ihre täglichen Einkäufe im Geschäft von Familie Springsits erledigen. Vergangenen Samstag schloss es seine Türen.

„Bei der Entscheidung, jetzt zu schließen, spielten mehrere Faktoren eine Rolle“, so Peter Springsits, der das Geschäft mit seiner Frau Sabine von seinen Eltern übernahm.

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„Der Entschluss war schnell gefasst“

„Es war geplant, mit Jahresende zu schließen. Am Jahresanfang hatten wir aber zwei personelle Ausfälle. Dadurch hatten die beiden anderen Mitarbeiterinnen schnell sehr viele Überstunden und es ist schwer, jemanden für nur ein paar Monate zu finden“, erklärt er und sagt weiter: „Ab April hätten wir auch neue Waagen gebraucht, die Nährwerttabellen anführen. Eine solche Investition für einige Monate wäre nicht sinnvoll gewesen.“

Ein weiterer Faktor war, dass Springsits die Versorgung im Justizzentrum in Eisenstadt ab März nicht mehr fortsetzt. „Diese wurde an einen großen Anbieter österreichweit vergeben“, erklärt er. All diese Faktoren führten Mitte Jänner zu dem schnellen Entschluss, den Markt schon jetzt zu schließen. „Ihn weiterzuführen, wäre nicht vernünftig gegangen“, stellt Sabine Springsits fest.

„Was uns leidtut, ist die Kundschaft. Vor allem die Älteren haben es nun schwerer, ihre Einkäufe zu erledigen. Mit einigen, die man täglich gesehen hat, hat man außerdem schon ein persönlicheres Verhältnis. Da war der Abschied durchaus emotional“, erzählt sie.

Die bisherige Belegschaft habe von Spar die Zusage erhalten, im neuen Geschäft, dem Eurospar, der voraussichtlich im Frühjahr 2018 im neuen Einkaufszentrum eröffnet, weiter beschäftigt zu werden, so Springsits. Auch das Paar bleibt nicht untätig: „Seit etwa einem Jahr betreiben wir den Markt in Leobersdorf“, so Springsits, was sie auch weiterhin machen.

Die Versorgung mit grundlegenden Lebensmitteln ist auch weiterhin im Dorf abgedeckt: Sowohl Altdorfer als auch das Gemüsegeschäft am Rathausplatz haben ihr Sortiment entsprechend aufgestockt.