Dealer verkaufte im Südburgenland Kokain: 3,5 Jahre Haft

Als „Don Pablo“ bekannt

Ein 41-jähriger gebürtiger Deutscher brachte im Südburgenland mehr als 1,3 Kilo Kokain in Umlauf. Jetzt wurde er verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der Drogen-Dealer - hier am ersten Prozesstag beim Warten vor dem Gerichtssaal - wird die nächsten Jahre im Gefängnis verbringen.

Der Drogen-Dealer - hier am ersten Prozesstag beim Warten vor dem Gerichtssaal - wird die nächsten Jahre im Gefängnis verbringen.

© BVZ/Kirchmeir

Am ersten Verhandlungstag im November 2024 hatte der als „Don Pablo“ bekannte Dealer noch versucht, seine Rolle kleinzureden. Er habe zwar Kokain verkauft, aber keinesfalls 1,8 Kilogramm, wie ihm der Staatsanwalt vorhielt.

Die Richterin holte daher die namentlich bekannten Abnehmer in den Zeugenstand, um zu klären, welche Drogenmengen tatsächlich von dem 41-jährigen Familienvater in Verkehr gesetzt wurden. Die Einvernahme von Zeugen wurde am 24. Jänner 2025 fortgesetzt.

Der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erwies sich als schwieriges Unterfangen. So musste ein junger Abnehmer zum zweiten Mal befragt werden, weil er in einem Parallelverfahren gegen eine Drogenkonsumentin plötzlich ganz andere Angaben gemacht hatte.

„Ich habe mich im Jahr vertan“, erklärte der Zeuge ganz lapidar.

„Welche Menge Kokain kauften Sie von dem Angeklagten?“, wollte die Richterin nun wissen. „Was habe ich in dem anderen Prozess gesagt? Ich habe den Zettel nicht mit“, antwortete der Zeuge.

„Ich frage Sie noch einmal: Wie viel kauften Sie von dem Angeklagten?“, ließ die Richterin nicht locker.

„Weiß! Ich! Nicht!“, antwortete der Zeuge mit Nachdruck und empfahl, „im schwarzen Bücherl“ des Angeklagten nachzuschauen. Dieser habe dort die verkauften Mengen notiert.

Der Zeuge konnte sich aber immerhin erinnern, im Auftrag des Angeklagten 100 Gramm Kokain an verschiedene Personen verkauft zu haben. Damit hätte er seine Schulden, die er bei „Don Pablo“ hatte, abstottern sollen. 27.000 Euro seien noch immer offen, so der Zeuge.

„Glauben Sie, dass Sie die Schulden nicht zurückzahlen müssen, wenn sie vom Kokainhandel sind?“, fragte der Verteidiger. „Glaube ich schon“, antwortete der Zeuge.

„Nannten Sie sich Don Pablo?“, wollte die Richterin vom Angeklagten wissen. „Nein, nie selbst. Ich weiß nicht, woher das kommt“, sagte dieser.

Schuldig gesprochen wurde der 41-Jährige schließlich wegen des Verkaufs von 1,33 Kilogramm Kokain. Er wurde zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. An den Staat muss er 80.000 Euro bezahlen - das ist jener Betrag, mit dem sich der Dealer durch den Drogenverkauf bereichert hat. Das Urteil ist rechtskräftig.

Nicht abgeschlossen wurde das Strafverfahren wegen des angeklagten Diebstahls eines 1,5 Tonnen schweren Amethysten im Wert von 50.000 Euro. Da der Stein beim Herausheben aus dem Haus des Besitzers beschädigt wurde, muss der tatsächliche Wert jetzt von einem Sachverständigen festgestellt werden. Der 41-Jährige wird sich möglicherweise wegen dieses Faktums noch einmal vor Gericht verantworten müssen.