„Denkzettel“ für Schwester: 6 Monate für Brandstifter. Um seiner Schwester einen „Denkzettel“ zu verpassen, legte ein 46-Jähriger Feuer in ihrem Arkadenhof: 24 Monate Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 30. November 2016 (05:34)
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Symbolbild

Der 46-jährige Angeklagte und seine 60-jährige Schwester stammen aus einer wohlhabenden Familie. Arbeiten musste der Angeklagte nie, monatlich bekam er von ihr Geld überwiesen. Sie kümmerte sich ums Geschäft. Weil er sich in Afrika eine Existenz aufbauen wollte, forderte der 46-Jährige im Sommer wiederholt Geld.

„In der Tiefe seiner Seele ein warmherziger Mensch“

Der Streit ums Geld hatte sich bereits einige Wochen hingezogen, als es am 11. September zum Eklat kam. Anstatt wie an „normalen“ Tagen fünf, habe er da 15 Bier getrunken, so der Angeklagte. Er begab sich in den Arkadenhof seiner Schwester, nahm ein Messer aus der Küche und wartete auf sie. Auf den Schreibtisch einstechend, wiederholte er seine Forderung nach 30.000 Euro.

„Immer wieder hat er darauf eingehackt“, berichtete die Schwester, die über ihren Bruder sagt, er sei in der „Tiefe seiner Seele ein warmherziger Mensch, habe aber keine Problemlösungskompetenz“.

Angeklagter: „Ich sagte: Oh Gott, was habe ich getan“

Der alkoholisierte Bruder - später wurden 1,9 Promille gemessen - schüttete Bier über einen Laptop und holte einen Kanister Benzin aus dem Carport. Er verschüttete Benzin im Arkadenhof, legte eine Spur bis zum Eingang und entfachte einen Brand. Die Schwester befand sich da bereits im Freien. „Es brannte lichterloh und mein Bruder setzte sich auf die Terrasse und trank weiter Bier“, berichtete sie.

„Ich sagte: Oh Gott, was habe ich getan?“, erinnerte sich der Angeklagte vor Gericht. Ihr gegenüber habe er erklärt, er habe ihr einen „Denkzettel“ verpassen wollen, so die Schwester. „Eine Kurzschlusshandlung. Im nüchternen Zustand hätte er das nicht gemacht“, erklärte der Verteidiger Klaus Philipp. Ein Nachbar löschte geistesgegenwärtig den Brand, zwei Feuerwehren brachten das Feuer unter Kontrolle.

Der Schaden beträgt 80.000 Euro. Der 46-Jährige wurde verhaftet. Im Haftraum verübte er einen Selbstmordversuch. Zur Brandstiftung bekannte er sich schuldig, nicht jedoch zur angeklagten Nötigung: Er habe nicht die Absicht gehabt, seiner Schwester mit dem Messer zu drohen. Ein psychiatrischer Sachverständiger führte aus, der Angeklagte sei zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig gewesen, er leide unter keiner Geisteskrankheit.

Ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Alexander Glanz verurteilte den Mann zu 24 Monaten Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt. Er nahm das Urteil an.