Waldpädagogik für Groß und Klein. In der Landwirtschaftlichen Fachschule in Güssing eröffnet ein Bildungszentrum für Wild, Wald, Jagd und Natur.

Von Julia Tomanek . Erstellt am 27. Februar 2019 (04:19)
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Projektleiter Roman Bunyai, Landesjägermeister-Stellvertreterin Charlotte Klement, Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing Gerhard Müllner und Landesrätin Verena Dunst.
BVZ

Das Burgenland weist einen Waldanteil von fast einem Drittel seiner Gesamtfläche auf. Ungefähr die Hälfte der Waldfläche wird von großen Forstwirtschaftern betreut, die restlichen 50 Prozent der Waldfläche teilen sich sogenannte Kleinstwaldbesitzer. Die burgenländische Waldlandschaft ist im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr klein strukturiert

Initiative unter dem Motto „Ab in den Wald“ gestartet

„Die durchschnittliche Größe eines Waldgrundstückes beträgt nicht einmal einen halben Hektar. Viele dieser Kleinstwaldbesitzer gehen leider nicht mehr in ihren Wald, damit unterstützen sie das klimawandelbedingte Kiefernsterben“, mahnt Landesrätin Verena Dunst. In der Landwirtschaftlichen Fachschule in Güssing wurde das erste Bildungszentrum für Wild, Wald, Jagd und Natur eröffnet. Das Zentrum ist ein Projekt des burgenländischen Jagdverbandes unter der Leitung von Roman Bunyai, das zu 100 Prozent aus Fördergeldern der EU und des Landes Burgenland finanziert wird.

Die Idee für das Projekt entstand nach dem Vorbild der Waldpädagogik in Marz. Das Zentrum soll auch als Außenstelle für den Landesjagdverband dienen und ein Treffpunkt für Jagd- und Naturinteressierte werden.

Im Zuge dieses Projekts wird auch eine Initiative unter dem Motto „Ab in den Wald“ gestartet. Damit sollen Menschen - egal ob jung oder alt - dazu motiviert werden, wieder mehr in die Natur zu gehen um mehr über Wild, Wald und Natur zu wissen. Charlotte Klement erklärt: „Das Bildungszentrum ist eine Ergänzung zu Marz, wo der Schwerpunkt auf Waldpädagogik liegt. In Güssing wird der Schwerpunkt auf Landwirtschaft gelegt. Ich glaube, die Ausbildung der Jäger und die Ausbildung der Erwachsenen ist sehr wichtig, denn wie viel verstehen wir schon von moderner Landwirtschaft. Gerade deshalb ist die Eröffnung des Bildungszentrums so wichtig.“

Bereicherung für die Fachschule

Die Landwirtschaftliche Fachschule dient als Standort für das Bildungszentrum. Der Direktor der Schule Gerhard Müllner sieht das Projekt als gute Ergänzung zum Stundenplan und freut sich auf die ersten Seminarangebote. „Das Projekt passt gut zum Leitbild unserer Schule. Das Angebot unserer Schule wird mit dieser wildkompetenten Ausbildung erweitert und ergänzt“, so Müllner.