Trend bei Neuinfektionen in Österreich leicht gestiegen. Die Gesamtzahl an positiven SARS-CoV-2-Tests ist am Montag um 20,3 Prozent gestiegen, womit die bestätigten Infektionen in 24 Stunden von 3.244 auf 3.924 angewachsen sind, wie aus den um 15.00 Uhr publizierten Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Zahl der Testungen ist laut dem Ressort in vergangenen Tagen kontinuierlich in die Höhe gegangen.

Von APA, Redaktion. Update am 23. März 2020 (17:27)
Covid19-Fälle in Österreich - Stand 23. März, 15 Uhr
APA, BMSGPK

Am Sonntag lag der 24-Stunden-Wert bei noch bei 15,3 Prozent, wobei zu berücksichtigen ist, dass es zu Schwankungen bei der Anzahl an Verdachtsfällen kommen kann. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigte an, die Tests in den kommenden Wochen weiter massiv zu erhöhen. Bereits im Laufe der vergangenen Woche wurde die Testkapazität von 1.000 bis 1.500 Testungen pro Tag in zehn Labors auf derzeit etwa 2.000 bis 4.000 Tests pro Tag in 20 Labors verdoppelt.

Durch die Ausweitung der Kapazitäten für die Untersuchungen werde man auch Spitalspersonal etc. in Zukunft regelmäßig testen können, kündigte Anschober gestern, Sonntag, an. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte flächendeckende Testungen. Solche werden laut Fachbeirat aber nicht als sinnvoll bewertet und sind "auch aufgrund der Ressourcen nicht umsetzbar", erläuterte der Ressortchef auf Anfrage.

Die aktuellen 3.924 positiven Ergebnisse (Stand: 15.00 Uhr) teilen sich nach Bundesländern folgendermaßen auf: Burgenland (71), Kärnten (122), Niederösterreich (564), Oberösterreich (707), Salzburg (372), Steiermark (486), Tirol (803), Vorarlberg (323), Wien (476). 21 Menschen sind bisher gestorben: Die meisten Todesopfer waren in Wien mit elf zu beklagen. Die weiteren zehn Opfer verteilen sich auf die übrigen Bundesländer wie folgt: Steiermark (4), Burgenland (1), Kärnten (1), Niederösterreich (1), Oberösterreich (2), Tirol (1).

Beim Bundesheer gibt es 19 bestätigte Corona-Infektionen. Elf davon sind in Oberösterreich, drei in der Steiermark, zwei in Salzburg und je einer in Niederösterreich, Tirol und Wien, erfuhr die APA aus Bundesheer-Kreisen. Am Montag wurde bekannt, dass sich immer mehr Polizeibeamte mit dem neuartigen Coronavirus infizieren: Bis Montag wurden österreichweit 39 Beamte positiv auf Covid-19 getestet. Unterdessen verzeichnete das Innenministerium bereits 3.679 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Covid-19-Maßnahmengesetz.

Der Umgang mit den Coronavirus beschäftigt inzwischen auch die Strafverfolgungsbehörden: Nachdem Tirol hinsichtlich des "Herdes" Ischgl in den vergangenen Tagen massiv unter Beschuss geraten war, hat das Land Tirol am Montag wegen eines offenbaren Ischgler Corona-Falles nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Grund: Ein deutsches Medium, laut APA-Informationen das ZDF, informierte die Gemeinde Ischgl, dass in einem dortigen Betrieb schon Ende Februar ein positiver Fall bekannt gewesen sein soll. Der namentlich nicht genannte Betrieb soll den Fall jedoch nicht der Gesundheitsbehörde gemeldet haben.

Indes stieg die Zahl der zurückgeholten Österreich am Montag auf rund 4.000. Seit Beginn der Coronavirus-Krise wurden sie dutzenden Notflügen in ihre Heimat zurückgeholt. Montagabend startet aktuell noch ein Notflug aus Washington DC, der morgen in Schwechat landen soll. Am Dienstag gibt es außerdem Repatriierungsflüge aus Mexiko, Kuba sowie der Dominikanischen Republik, teilte das Außenministerium mit.

Am Montagnachmittag landeten auch zwei AUA-Maschinen aus China, die 130 Tonnen Schutzausrüstung an Bord hatten. Das Material soll am Dienstag von einem zivilen Frächter in Begleitung von Polizei und Militärpolizei nach Tirol und in weiterer Folge teilweise zur Grenze nach Südtirol gebracht werden, wo es den italienischen Behörden übergeben wird.

Aufgrund der anhaltenden weltweiten Reisestopps wegen des sich ausbreitenden Coronavirus stellen die AUA ihren normalen Flugbetrieb für drei Wochen länger ein als zunächst geplant. Bis 19. April bleiben alle Maschinen am Boden, wie die Lufthansa-Tochter am Montag mitteilte. Bisher war der Flugstopp lediglich bis 28. März geplant gewesen.