Industrie wegen Coronavirus in der Krise

Die beiden Großfirmen Vossen in Jennersdorf und Lenzing in Heiligenkreuz sind von der Krise stark getroffen. Die Produktion sei kein Problem, der Absatzmarkt aber.

Erstellt am 30. April 2020 | 05:53
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Vor knapp über einem Jahr stand das Lenzing-Werk in Heiligenkreuz schon einmal still. Damals verhinderte ein Feuer im Elektronikraum die Produktion der Cellulosefasern. Nun macht das Coronavirus dem Unternehmen den nächsten Strich durch die Rechnung. „Wir haben im April bereits mit reduzierter Leistung gearbeitet. Jetzt wird erst einmal Urlaub abgebaut und wir überlegen, Kurzarbeit einzuführen“, erklärt Geschäftsführer Bernd Zauner. Rohstoffe gäbe es zu Genüge, doch Käufer sind aktuell rar.

„In ganz Europa, in den USA und auch in Indien gibt es zurzeit Quarantänevorschriften. Wir liefern viel in den asiatischen Raum. Aus der aktuellen Situation kann sich keiner entziehen“, führt Zauner aus. Deshalb werden jetzt mehrere Szenarien mittels Kurzarbeit angedacht. Vom Betrieb nur einer Linie, bis hin zum völligen Stillstand des Werks. „Wir müssen schauen, was Sinn macht. Vielleicht ziehen wir jetzt aber auch die Instandhaltung, die für den Herbst geplant war, vor“, erklärt der Geschäftsführer.

95 Prozent der Kunden sind Thermengäste

Mit ähnlichen Problemen, hat auch der Frottierwarenhersteller Vossen zu kämpfen. In dieser wirtschaftlich schweren Zeit zu größeren Aufträgen zu kommen, ist schwer. Geschäftsführer Werner Blohmann muss leider abwinken: „Liebend gerne hätte ich das bestätigt, aber dem ist leider nicht so. Die Auftragslage ist deutlich eingebrochen.“ Der „Shutdown“ war aber, so Blohmann, „alternativlos.“

Der Vossen-Geschäftsführer glaubt daran, dass uns die Zeichen der Krise noch sicherlich ein Jahr begleiten werden. Die Öffnung der Geschäfte am 4. Mai wird für viele nicht den erhofften Aufschwung bringen: „Wir glauben nicht, dass am 4. Mai jetzt alle einkaufen gehen. Das hat auch nichts mit dem Teufel an die Wand malen zu tun. Es sind nun einmal 95 Prozent unserer Shoppinggäste aus der Therme.“

Therme Loipersdorf öffnet am 29. Mai

Apropos Therme Loipersdorf: Seit Dienstag steht fest, dass der Badebetrieb im Thermenresort Loipersdorf rechtzeitig vor den Pfingstferien, nämlich am 29. Mai nach dem „coronabedingten Shutdown“ wieder startet. „Ab 3. Juli nimmt dann auch das Schaffelbad mit all seinen Attraktionen wieder den Betrieb auf und erlaubt Wellness auf höchstem Niveau“, heißt es aus der Therme Loipersdorf.