Verkehr: Jede Stunde ein Wildunfall. Im vergangenen Jahr wurden im Burgenland 21 Personen bei Unfällen mit Wildtieren verletzt, eine Person verunfallte tödlich.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 11. Oktober 2017 (05:28)
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Besonders im Herbst ist in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung das Risiko für Wildunfälle hoch. Foto: shutterstock/peteri
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Kastanien und abfallende Blätter – der Herbst hat hierzulande Einzug gehalten, womit nun auf Österreichs Straßen auch vermehrt mit schlechten Sichtverhältnissen zu rechnen ist. Damit steigt auch das Risiko von Wildunfällen. Der österreichische Versicherungsverband VVO, das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), und die Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände rufen gemeinsam – ganz besonders in Wildwechselzonen – zu besonderer Vorsicht und zur Anpassung der Geschwindigkeit auf.

Zahl der Wildunfälle sank in den letzten fünf Jahren

Im Burgenland ereignet sich etwa jede Stunde ein Unfall mit einem Wildtier. Österreichweit passiert etwa alle sieben Minuten ein Wildunfall. Im vergangenen Jahr wurden im Burgenland 21 Personen bei Unfällen mit Wildtieren verletzt (Österreich: 293 Personen), eine Person verunfallte im Burgenland tödlich.

„Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle mit Personenschaden in den vergangenen fünf Jahren erfreulicherweise stetig gesunken. Im Jahr 2016 verunglückten österreichweit 90 Personen weniger als noch im Jahr 2012, das entspricht einem Rückgang von knapp 25 Prozent“, weiß man im österreichischen Versicherungsverband VVO.

Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle nach wie vor hoch. Beinahe 38.000 Rehe – darunter knapp 11.000 Kitze – kamen in der vergangenen Saison auf Österreichs Straßen zu Tode. Hinzu kommen noch knapp 39.000 weitere Wildtiere, welche die Kollision mit einem Fahrzeug nicht überlebten. In den Morgenstunden und abends sind Wildtiere am aktivsten. Dies spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wider: Die meisten Unfälle ereignen sich in den Morgenstunden (zwischen 5 und 7 Uhr) sowie abends zwischen 20 und 23 Uhr.

„Wildwechselschilder sollten dringend beachtet werden“

„Zu den Wildwechselstunden sollte in Zonen mit häufigem Wildwechsel ganz besonders vorsichtig gefahren und die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden. Generell sollte das Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ unbedingt ernst genommen und die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden“, empfiehlt das KFV. Eine Analyse des KFV zeigt allerdings, dass Wildwechselschilder – unabhängig von der Uhrzeit – in der Praxis häufig ignoriert werden und sich die gefahrene Geschwindigkeit nicht von jener auf anderen Strecken unterscheidet.

„Wildwechselschilder sind an Streckenabschnitten positioniert, an welchen das Risiko einer Kollision mit einem Wildtier auch tatsächlich deutlich erhöht ist. Bei Übergangsbereichen zwischen Wald und Feld ist das Risiko eines Wildunfalles beispielsweise besonders groß. Wildwechselschilder sollten daher dringend beachtet werden“, betont auch Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände.