Jennersdorf, Güssing: Frau seit Unfall im Rollstuhl. Lenkerin kam auf Gegenfahrbahn und wurde selbst schwer verletzt. Auch ihr Sohn erlitt schwere Verletzungen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 09. Juli 2021 (06:51)
Symbolbild Gerichtssaal
Symbolbild Gerichtssaal
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Im Rollstuhl wurde eine 60-jährige Frau aus dem Bezirk Jennersdorf vorige Woche am Landesgericht in den Verhandlungssaal geführt.
Die Frau, die wegen berufsbedingter Gesundheitsschäden bereits in Pension und pflegebedürftig ist, hatte bei einem von ihr am 11. Dezember 2020 im Ortsgebiet von Neustift bei Güssing verursachten Verkehrsunfall so schwere Verletzungen erlitten, dass sie nicht mehr gehen kann.

„Es wurde mir auf einmal schwarz vor Augen, dann weiß ich nichts mehr“ Verunfallte

Aus unbekannter Ursache war die Frau mit ihrem Auto auf die linke Fahrbahn der B57 geraten. „Es wurde mir auf einmal schwarz vor Augen, dann weiß ich nichts mehr“, berichtete die Pensionistin vor Gericht. Ihr Sohn habe noch gerufen „Pass auf!“, da sei es schon passiert.

Ein LKW-Fahrer konnte gerade noch ausweichen. Mit einem Klein-LKW kam es danach aber zur Frontal-Kollision. Der Lenker dieses Fahrzeuges, ein 53-jähriger Baggerfahrer aus Ungarn, erlitt dabei eine Prellung am Knie.


Auto ging nach Crash in Flammen auf

Viel schlimmer erwischte es die Lenkerin und ihren Sohn, der am Beifahrersitz saß.

Das Auto der Pensionistin ging nach dem Zusammenprall in Flammen auf.
Sie selbst konnte sich aus dem brennenden Auto nicht befreien, weil ihre Beine eingeklemmt waren. Beherzte Unfallzeugen löschten den Brand mit dem Handfeuerlöscher.


Die Feuerwehr führte die Bergung der Verletzten durch

Die wegen fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit der anderen Fahrzeuglenker angeklagte Frau hatte Verletzungen an den Beinen und am Rücken erlitten.
Der 39-jährige Sohn wurde mit einem Bruch des Hüftgelenks, Lungenprellung, Serienrippenbrüchen und sonstigen schweren Verletzungen ins Spital eingeliefert.

Die Richterin bot der Angeklagten aufgrund des hohen gesundheitlichen Schadens, den diese selbst und ihr Sohn erlitten hatten, und weil nur eine leichte Fahrlässigkeit vorgelegen sei, eine Diversion an.

Sie muss 480 Euro Geldbuße ans Gericht sowie 220 Euro Schmerzensgeld an den Baggerfahrer bezahlen, dann wird das Verfahren gegen sie eingestellt.