Gemeinderatssitzung mal anders

Die Coronavirus-Vorschriften machen auch vor der Politik nicht halt. So tagt der Gemeinderat mit besonderen Vorkehrungen.

Erstellt am 30. April 2020 | 04:26
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Der Medienraum der iNMS Jennersdorf ist bereit. Am Donnerstag tagt hier der Jennersdorfer Gemeinderat.
Foto: David Marousek

In den letzten Tagen wurde der neue Standort für aktuelle Gemeinderatssitzungen „coronasicher“ gemacht. Im Medienraum der iNMS Jennersdorf werden am Donnerstag Themen wie der Rechnungsabschluss oder die Vergaben des Heizhauses für den gerade entstehenden Bauhof besprochen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird über die Führung eines Verfahrens beim Bezirksgericht diskutiert. Dabei geht es konkret um ein Mietverhältnis im Gemeindeamt, das für Renovierungsarbeiten aufgekündigt werden soll.

Für den Raum wurden nun spezielle Vorkehrungen getroffen. „Alle Gemeinderäte sitzen mit Abstand zueinander. Wir werden auch alle Masken mitnehmen, aber beim Reden wird das schwierig. Im Raum gibt es aber genügend akustische Einrichtungen“, erklärt Bürgermeister Reinhard Deutsch (JES). Unter der Woche tagte auch schon in Deutsch Kaltenbrunn der Gemeinderat. „Wir machen das im großen Saal im Gemeindezentrum. Alle 21 Gemeinderäte haben einen eigenen Tisch sowie Masken bekommen. Am Eingang gab es Desinfektionsmittel“, erklärt SPÖ-Ortschefin Andrea Reichl.

„Gewisse Dinge“ stehen nun hinten an

Auch ÖVP-Fraktionssprecher Franz Müller ist bereit: „Ich lasse mich überraschen. Wir werden alle mit Abstand sitzen. Ich halte mich an die Vorschriften.“ Durch die Corona-Zeit müsse man „gewisse Dinge nun anders sehen“. Einige Bauprojekte würden laut Müller jetzt umfallen: „Die Halle ist zurzeit sicher Geschichte. Auch die Raxer-Straße ist jetzt kein Thema mehr, wobei die Kampel-Brücke aber fix gemacht wird.“

Das wird, ebenso wie die Volksschule Henndorf, Thema in der Bauausschusssitzung am 7. Mai sein, bestätigt auch Bauausschuss-Leiter Josef Feitl (JES): „Bei der Halle muss ich zuerst mit den Vereinen reden, aber die Brücke wollen wir unbedingt machen.“ Bezüglich der Volksschule werde noch keine Entscheidung getroffen. „Wir wollen uns sobald als möglich mit der Henndorfer Bevölkerung und dem Bauausschuss treffen“, erklärt Feitl.