32-jähriger bedrohte Polizisten mit Pistole. Weil er im Mai des Vorjahres in Pöttsching (Bezirk Mattersburg) zwei Polizisten mit einer Pistole bedroht haben soll, ist ein Burgenländer am Dienstag in Eisenstadt vor Gericht gestanden. Der 32-Jährige wurde zu drei Monaten bedingter Haft und 3.360 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 26. September 2017 (16:02)
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Zu dem Zwischenfall kam es am Abend des Muttertages 2016: Der Angeklagte sei laut Staatsanwältin Beatrix Resatz alkoholisiert gewesen - einem Gutachten zufolge ergab die Rückrechnung 1,9 Promille - und er habe sich offenbar in einer Ausnahmesituation befunden. Als er glaubte, jemand versuche ins Haus einzubrechen, habe er mit einer Glock-Pistole aus dem Haus hinaus gefeuert.

Später habe er draußen auf der Straße die Waffe gegen zwei Polizisten gerichtet, die er in der Dunkelheit nicht sofort als solche erkannt haben dürfe, weil das Blaulicht am Streifenwagen nicht eingeschaltet gewesen sei. Erst, nachdem ihn die Beamten mehrmals dazu aufgefordert hatten, seine Waffe abzulegen, leistete der Mann laut Anklage ihren Anweisungen Folge.

Der 32-Jährige bekannte sich vor Gericht schuldig. An dem Tag habe er mit seiner Familie gefeiert, wobei auch der Alkohol geflossen sei. Am Abend sei er dann in sein Haus zurückgekehrt, um seinen Hund zu füttern und ins Haus zu lassen. Als er sich umziehen wollte, um zu der Familienfeier zurückzufahren, sei es ihm plötzlich vorgekommen, als ob jemand im Vorgarten wäre.

"Ich habe das Gefühl gehabt, ich schau in den Lauf hinein"

Er sei dann zum Waffenschrank, habe die Pistole genommen und habe nachschauen wollen, schilderte der Angeklagte. Dann sei er irgendwo mit dem Fuß angestoßen - "und dann hat sich der Schuss gelöst". Nach dem Knall im geschlossenen Raum habe er "ein Klinseln in den Ohren" gehabt und sei mit dem Hund auf die Straße: "Ich wollte schauen, ob wir noch irgendetwas sehen", berichtete der Burgenländer.

Auf einmal habe er in etwa fünf Metern Distanz ein Auto bemerkt und - "weil ich so nervös war" - die Waffe in Richtung des Fahrzeuges gehalten. Als ihn die Polizisten zuriefen, sei er - für ihn selbst unerklärlich - noch ein Stück weitergegangen und habe dann die Waffe abgelegt.

Einer der am Einsatz beteiligten Polizisten schilderte den Vorgang etwas anders: Der Angeklagte habe direkt auf ihn angelegt: "Ich habe das Gefühl gehabt, ich schaue in den Lauf hinein", schilderte der seit dem Vorfall dienstunfähige Beamte. Der Angeklagte habe auf ihn gezielt und abgedrückt, dann an der Waffe hantiert und ein zweites Mal abgedrückt. Die Anklägerin stellte dazu fest, die Staatsanwaltschaft gehe nicht davon aus, dass der 32-Jährige tatsächlich den Abzug betätigt habe.

Angeklagter nahm das Urteil an

Sein Mandant übernehme die Verantwortung für das Geschehene, er stehe mittlerweile wieder mit beiden Beinen fest im Leben, betonte der Verteidiger des Burgenländers. Insgesamt passe die Tat überhaupt nicht zum Leben des 32-Jährigen.

Der Richter wertete den ordentlichen Lebenswandel des Angeklagten, sein Geständnis sowie die überlange Verfahrensdauer als mildernd. Eine Diversion, wie vom Verteidiger beantragt, sei jedoch aus Sicht des Gerichts unmöglich. Dem Angeklagten wurde auch ein Alkoholverbot für die Dauer der Bewährungszeit auferlegt, zudem muss er begonnene Therapien fortsetzen.

Der 32-Jährige muss auch einen symbolischen Betrag von 300 Euro als Schmerzensgeld zahlen. Mit den weiteren Ansprüchen wurden die Privatbeteiligtenvertreter auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.