Zuerst bei Feuerwehren eingebrochen, dann bei Bankomat in Draßburg

3 und 6 Jahre Haft

Eine Profibande holte nachts aus Feuerwehrhäusern Werkzeug und brach dann beim Postpartner in Draßburg ein. Auch in Wiener Neustadt versuchten sie, einen Geldausgabeautomaten zu knacken.

Von Elisabeth Kirchmeir

Die beiden Angeklagten bekannten sich schuldig und wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die beiden Angeklagten bekannten sich schuldig und wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

© BVZ/Kirchmeir

Am Dienstag, 14. Jänner 2025, standen zwei Mitglieder der Bande in Eisenstadt vor Gericht. Beide stammen aus dem Kosovo. Der ältere der beiden, ein 47-jähriger vorbestrafter Täter, hatte sich nach der Tat in Draßburg eine gefährliche Verfolgungsjagd geleistet, war als Geisterfahrer unterwegs und erlitt schließlich auf der Flucht selbst schwere Verletzungen.

Am 21. Juni 2024 hatten die Täter - neben den beiden Angeklagten sollen zwei weitere Männer beteiligt gewesen sein - bei der Feuerwehr in Langenstein (Oberösterreich) eingebrochen. Mitte Juli folgten dann in einer Nacht Einbruchsdiebstähle bei den Feuerwehren in Neunkirchen, Bad Sauerbrunn, Wiesen, Forchtenstein und beim Bauhof in Draßburg, wo Werkzeug der Feuerwehr gelagert war.

Die Täter nahmen Metallspreizer, Trennschleifer und anderes teures Gerät mit, das sie dann bei den Einbruchsdiebstählen verwendeten.

In der Nacht von 15. auf 16. Juli 2024 stiegen sie beim Postpartner in Draßburg ein, zwangen mit einem erbeuteten Metallspreizer den Bankomaten auf und entkamen vorerst mit 91.000 Euro Bargeld.

Bereits in der Nacht von 30. Juni auf 1. Juli 2024 hatten die Täter einen Einbruchsdiebstahl bei einer Bäckerei in Wiener Neustadt begangen. Die Täter entnahmen aus einem Wandtresor ein Tablet und scheiterten beim Versuch, den Geldausgabeautomaten im Foyer aufzubrechen.

Ein aufmerksamer Passant hatte sich das Kennzeichen des Fluchtautos, dieses war auf die Ex-Freundin des jüngeren Angeklagten angemeldet. Der 35-Jährige mit Wurzeln im Kosovo ist bereits österreichischer Staatsbürger, lebte bis zu seiner Verhaftung in Wiener Neustadt und verdiente nach eigenen Angaben als Unternehmer durchschnittlich 3.000 Euro monatlich.

Am 16. Juli, einem Montag, suchte die Polizei nach den flüchtigen Tätern. Der 35-Jährige und der 47-Jährige fuhren bei Wöllersdorf auf die Südautobahn auf. Die Männer rasten rücksichtslos mit bis zu 170 km/h vor der Polizei davon, waren abschnittsweise als Geisterfahrer und am Pannenstreifen unterwegs.

Es kam zu einer Kollision mit einem Polizeiauto, wobei ein Polizist verletzt wurde. Während der 35-Jährige festgenommen werden konnte, flüchtete sein Komplize weiter. Er stahl ein Auto im Wert von 10.000 Euro, flüchtete über die A5, die Polizei baute eine Straßensperre auf, diese war aber nicht erfolgreich.

Nach einem Reifenschaden flüchtete der 47-Jährige in Tschechien in ein Firmengelände. Bei einem Sturz oder Sprung verletzte er sich schwer. Er wurde in Zusammenarbeit von österreichischen und tschechischen Polizisten festgenommen und zunächst in Tschechien im Krankenhaus versorgt.

Beide Täter wurden am 14. Jänner aus der Untersuchungshaft in den Verhandlungssaal gebracht. Der jüngere Angeklagte gab zu, an einem Großteil der Taten als Fahrer beteiligt gewesen zu sein. Er habe sich damit abgefunden, dass die Komplizen Einbruchsdiebstähle begingen.

Der ältere Angeklagte schilderte, dass man in sechs Feuerwehrhäuser eingebrochen sei, „um elektrische Geräte zu stehlen, das beim Öffnen von Behältnissen hilft“.

Bei den Festgenommenen war zirka die Hälfte der Beute aus dem Bankomat sichergestellt worden. Das Geld wurde der Bank zurückgegeben.

Der 35-Jährige wurde zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt, sein Komplize, der sich zusätzlich zu den Einbruchsdiebstählen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, vorsätzlicher Gemeingefährdung und Körperverletzung verantworten musste, zu sechs Jahren Haft.

Das Urteil gegen den Älteren ist rechtskräftig, der Jüngere gab keine Erklärung ab.