Musikschule Neudörfl erhöht Beiträge gemeinsam mit Zentralmusikschule

FPÖ Neudörfl ist dagegen

Die Musikschulbeiträge für das kommende Schuljahr 2025/26 in der Musikschule Neudörfl werden angehoben und damit an das Preisniveau der Zentralmusikschule Mattersburg angepasst. Beschlossen wurde das in der vergangenen Gemeinderatssitzung durch die Mehrheit aus SPÖ, ÖVP und GRÜNEN. Die FPÖ stimmte dagegen.

Von Christian Artner

Die Gemeinde subventioniert den Musikschulunterricht in Neudörfl pro SchülerIn mit knapp 1.000 Euro im Kalenderjahr. Erhöhungen bei den Musikschulbeiträgen gehen zudem eins zu eins an die Unterrichtenden weiter. Die FPÖ meint trotzdem, es müsse Schluss sein mit der Orientierung an der Zentralmusikschule bei den Tarifen für den Unterricht.

Die Gemeinde subventioniert den Musikschulunterricht in Neudörfl pro SchülerIn mit knapp 1.000 Euro im Kalenderjahr. Erhöhungen bei den Musikschulbeiträgen gehen zudem eins zu eins an die Unterrichtenden weiter. Die FPÖ meint trotzdem, es müsse Schluss sein mit der Orientierung an der Zentralmusikschule bei den Tarifen für den Unterricht.

© Shutterstock, KIRYAKOVA ANNA

Die Gemeinde Neudörfl leistet sich als eine von wenigen Gemeinden im Burgenland eine eigene Musikschule, führte Bürgermeister Dieter Posch während der Gemeinderatssitzung aus. Gegründet wurde die Gemeinde-Musikschule 1988. Fünf Jahre später, 1993, wurde ein Teil davon in das Burgenländisches Musikschulwerk integriert. Da zu dem Zeitpunkt die Nachfrage an Plätzen im Musikschulwerk allerdings größer war als das von ihr bereitgestellte Angebot, mehr Schüler also ein Instrument lernen wollten, blieb die Musikschule der Gemeinde parallel bestehen. So kam es, dass es in Neudörfl rein strukturell gesehen heute zwei getrennte Musikschulen gibt, die beide aber in den Räumlichkeiten der Volksschule ihren Unterricht abhalten.

Musikschule Neudörfl erhöht Beiträge gemeinsam mit Zentralmusikschule

© Gemeinde

Am 14. Mai 2014 hat der Gemeindevorstand in einem Grundsatzbeschluss darüber abgestimmt, dass die Tarife, also der Kostenbeitrag für den musikalischen Unterricht, der Musikschule Neudörfl an jene der Zentralmusikschule Mattersburg angepasst werden sollen. Erhöht die Zentralmusikschule ihre Preise, zieht die Musikschule der Gemeinde nach. So die Idee. Damit möchte man unter anderem vermeiden, dass Schüler, die vielleicht sogar in ein und derselben Klasse sitzen, unterschiedlich viel für den Unterricht bezahlen. Gleichzeitig wurde auch die Dauer einer Unterrichtseinheit harmonisiert.

63 Schüler und Schülerinnen wurden im vergangenen Schuljahr in der Musikschule der Gemeinde unterrichtet, berichtete Bürgermeister Dieter Posch. „Das ist ein Angebot, dass sich die Gemeinde zusätzlich leistet.“ Die Aufwendungen der Gemeinde im Kalenderjahr 2024 beliefen sich insgesamt auf 60.787,36 Euro. „Im Schnitt hat die Gemeinde somit den Musikschulbesuch pro Schüler oder Schülerin mit knapp tausend Euro subventioniert“, rechnet der Bürgermeister vor.

Erhöhung der Beiträge geht eins zu eins an die Lehrenden weiter

Die Mehreinnahmen, die von der Gemeinde durch die Erhöhung generiert werden, sind zweckgebunden, heißt, sie gehen eins zu eins an die Lehrenden der Gemeindemusikschule weiter. Auch das wurde im Gemeinderat bei der Sitzung im Juni mit der Mehrheit aus SPÖ, ÖVP und GRÜNEN beschlossen. „Die Unterrichtenden an unserer Musikschule sind im Gegensatz zu denjenigen der Zentralmusikschule per Werkvertrag bei der Gemeinde beschäftigt“, erklärt Posch. „Sie bieten meines Erachtens eine sehr hohe Qualität, haben aber drei Monate im Jahr, sprich während den Ferien, keine Einkünfte und auch kein 13. und 14. Gehalt.“ Pro Unterrichtseinheit bekommen die Lehrenden nun etwa fünf Euro mehr.

Musikschule Neudörfl erhöht Beiträge gemeinsam mit Zentralmusikschule

© Gemeinde

FPÖ-Ortsparteivorsitzender Robert Perger erklärt die Gegenstimmen der FPÖ in einer schriftlichen Stellungnahme: „ Begründet werden die Erhöhungen vonseiten des Bürgermeisters damit, dass die Zentralmusikschule teurer wird – und man daher die Beiträge in Neudörfl 'anpassen' müsse. Doch diese Argumentation überzeugt nicht. Nur weil die Zentralmusikschule ihre Beiträge erhöht, muss Neudörfl nicht automatisch nachziehen. Die bloße Bequemlichkeit, überall denselben Preis verlangen zu können, darf nicht wichtiger sein als die soziale Verantwortung der Gemeinde.“

„Musikschule darf kein Luxusgut sein“, sagt die FPÖ

Noch fragwürdiger“ sei das zweite Argument: „Die höheren Beiträge würden 'ohne Gewinnabsicht' direkt an die Musiklehrkräfte auf Werkvertragsbasis weitergegeben. Doch auch das entbindet die Gemeinde nicht von ihrer Pflicht, über gerechte, nachhaltige und für die Eltern tragbare Finanzierungsmodelle nachzudenken. Eine automatische Weitergabe der Mehrkosten an die Familien – ohne jede Prüfung von Alternativen – ist schlicht keine Lösung.“

Die FPÖ Neudörfl betont: „Eine Musikschule sollte ein niederschwelliges Bildungsangebot sein – kein Luxusgut. Musik ist verbindend, identitätsstiftend und Teil unseres kulturellen Erbes. Sie darf nicht zum finanziellen Kraftakt für Familien werden. Wenn es dem Bürgermeister wirklich ein Anliegen ist, faire Bedingungen für Lehrkräfte zu schaffen, dann braucht es strukturelle Lösungen – nicht zusätzliche Belastungen für die Eltern.“

Das Schulgeld pro Semester beträgt im Schuljahr 2025/26:

  • Einzelunterricht 50 min: € 465,00 (vormals: 445 Euro)
  • Partnerunterricht 75 min oder Einzelunterricht 37,5 min: € 405,00 (390 Euro)
  • Partnerunterricht 50 min oder Einzelunterricht 25 min: € 315,00 (300 Euro)
  • Gruppenunterricht 50 min (3-5 SchülerInnen): € 240,00 (230 Euro)
  • Kurse (Mini Music) 50 min: € 125,00 (120 Euro)