Hundeverhaltenstraining als Berufung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. Juli 2017 (03:02)
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BVZ

Andreas Fuchshuber hat als Hundeverhaltenstrainer die Antwort auf sein Leben mit Multipler Sklerose gefunden.

Wenn es durch die MS bei Andreas Fuchshuber wieder einmal zu körperlichen Einschränkungen kommt, dann weiß das „Dusty“, sein Labrador Retriever, schon vorher. „Dusty war ein Geschenk, so einen Hund bekommt man wahrscheinlich nur einmal im Leben“, meint Andreas und streichelt seinen Rüden, der mit seinen 13 Jahren eigentlich schon in Pension ist.

Was eher ungewöhnlich ist: Andreas Fuchshuber hat Dusty selbst zum Assistenzhund herangebildet. Eigentlich sogar aus einer Notlage heraus: „Als die Diagnose Multiple Sklerose feststand, wollte ich von einer bestimmten Organisation einen Assistenzhund haben. Die Dame am Telefon meinte, ich sei nicht krank genug für einen Hund“, erinnert sich Andreas empört. Dabei war der Moment, wo feststand, dass er an Multipler Sklerose litt, für ihn ein Befreiungsschlag. „Ich bin von Arzt zu Arzt gewandert, viele davon haben gemeint, ich bilde mir das alles nur ein und wollten mich zum Psychiater schicken“, erzählt Andreas.

Multiple Sklerose ist bis heute nicht heilbar und schreitet meist in Schüben voran. Ein gut ausgebildeter Assistenzhund warnt den Patienten vor dem nächsten Schub oder vor dem Ausbruch von Krankheitssymptomen wie Lähmungserscheinungen, Zittern (Tremor), Sehstörungen, etc.

Dank der finanziellen Unterstützung seiner Familie konnte sich Andreas die Ausbildung bei der Organisation „Pet dog Trainers Europe“, die über zwei Jahre dauert, leisten. „Ich hatte zwei Möglichkeiten“, meint Andreas. „Einfach aufzugeben oder mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.“

Er entschied sich für Letzteres und entdeckte durch die Ausbildung zum „Certified European Dog Trainer“ , dass er ein besonderes Gespür für Hunde hat. „Das ist meine Berufung geworden“, hält Andreas fest.

Sein Wissen gibt er heute in Seminaren weiter. Fuchshuber hilft unter anderem als Sachverständiger für Assistenzhunde des Messerli Forschungsinstitutes der Veterinär Medizinischen Uni Wien anderen Menschen mit Behinderungen bei Prüfungen. „Es klingt vielleicht blöd, aber ohne meine Krankheit hätte ich nicht meinen Sinn und meine Bestimmung im Leben gefunden“, sagt Andreas, warum er nicht an seinem Schicksal verzweifelt ist.