Nach Badeunfall: „Dem Bub geht‘s gut“. Julia Czech, Katharina Wunsch sowie Bademeister Gregor Wurzer retteten dem Kind durch ihr schnelles Eingreifen das Leben.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 05. Juli 2017 (05:53)
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Glücklich, dass alles gut ausging. Katharina Wunsch, Bademeister Gregor Wurzer und Julia Czech.
BVZ

Die gute Nachricht zuerst: Dem Buben, der in der vergangenen Woche leblos im Schwimmbad trieb und von beherzten Badegästen und dem Bademeister gerettet werden konnte, geht es wieder gut. Ebenfalls seiner Mutter, die vor Aufregung mehrmals kollabiert war. Die Familie hat sich bei den drei Rettern mit Schokolade und Wein bedankt.

Julia Czech (28) und Katharina Wunsch (29), beide aus Mattersburg, waren am Unglückstag mit ihren Kindern im Schwimmbad und halfen sofort: „Wir waren bei der Wasserrutsche im Wasser und warteten auf unsere Kleinen, beide drei Jahre alt, als wir auf eine Frau, die ganz nervös am Beckenrand auf- und ablief, aufmerksam wurden. Da sahen wir ein Kind unter Wasser treiben, von dem wir erst annahmen, dass es tauchen würde“, erzählen die beiden beim BVZ-Gespräch.

Helfer bemerkten rasch den Ernst der Lage

„Rasch haben wir aber die prekäre Situation begriffen, sind zu dem Buben hin und haben den bewusstlosen Kleinen zum Beckenrand gebracht, wo ihn sogleich der Bademeister übernahm, der sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begann. Rasch kam der Bub wieder zu sich und wurde in ansprechbarem Zustand, versorgt mit einer Sauerstoffmaske von der rasch eingetroffenen Rettung ins Krankenhaus gebracht. Auch seine Mutter, die der nervlichen Anspannung nicht gewachsen war, wurde gleich mitgenommen. „Ich bin bald darauf zufällig der Familie beim Billa begegnet, wo sie sich herzlich bei mir mit Wein und Schokolade bedankten“, so Katharina Wunsch.

Hier geschah es. Julia Czech und Katharina Wunsch, beide selbst Mütter, zeigen die Stelle, wo sie das Kind im Wasser treiben sahen.H. Ostermayer
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Auch den anderen beiden Helfern wurde gleichermaßen gedankt. Nur ein Kind der beiden Retterinnen hat die Situation, weil alles so schnell ging, überhaupt mitbekommen: „Es war ein Schock für ihn, aber wir haben ausführlich darüber gesprochen“, so Jungmama Katharina Wunsch.

Bademeister Gregor Wurzer erzählt: „Bei solchen Aktionen bekommt man voll den Tunnelblick und konzentriert sich ganz auf die Situation. Ich habe dem Buben auf den Bauch gedrückt, bis er alles Wasser ausgespuckt hat. Wichtig ist, dass es ihm samt seiner Mutter wieder gut geht“, ist er glücklich.

Alle drei Helfer machen aber aus ihrer Empörung über so manchen Badegast keinen Hehl. „Es war schrecklich mit ansehen zu müssen, wie die Leute gaffen und mit den Handys fotografieren und filmen.“