Wiesen: Corona-Masken aus der Schneiderei. Michaela Habeler näht waschbare Atemschutzmasken. Sie weiß, worauf es dabei ankommt, denn sie arbeitet mit dem St. Anna Kinderspital zusammen.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 04. April 2020 (06:16)
Ein kleiner Ausschnitt aus der eigenen Schutzmaskenproduktion der Schneiderin Michaela Habeler aus Wiesen. Foto: zVg
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Schutzmasken waren in letzter Zeit schwer zu bekommen. Deshalb entschloss sich die Schneiderin Michaela Habeler, ihre eigenen herzustellen. „Das passiert auf Basis einer OP-Maske.“, erzählt sie. Die Masken werden aus weißem Baumwollstoff gefertigt und sind mit 90 Grad waschbar – wer sich für die bunte Version entscheidet, kann diese bei 60 Grad in die Waschmaschine geben.

Vor 15 Jahren ein ständiger Begleiter ...

„Eine Schutzmaske sollte meiner Meinung nach - so wie ein Pflaster - in keinem Apothekerschrank fehlen, sozusagen nach dem Motto: ‚Eine statt Keine‘“, so die Wieserin, die die Masken folgendermaßen herstellt: „Zwischen zwei Lagen Baumwolle kommt eine Papierschicht doppellagige Taschentücher oder Küchenrolle als Filter. Nach zwei bis drei Stunden muss das Papier gewechselt werden und die Masken müssen täglich gewaschen werden“, sagt Habeler, die auch bereits Nähanleitungen an Freunde verschickt hat.

Dass Schutzmasken nicht nur wegen des Corona-Virus sehr wichtig sein können, weiß Michaela Habeler aus eigener Erfahrung. Vor 15 Jahren waren Schutzmasken ihr ständiger Begleiter.

„Nachdem meinem Sohn damals Knochenmark transplantiert wurde, konnte ich ihn nur unter möglichst keimarmen Bedingungen sehen. Das heißt, ich durfte nur mit Maske, Haube, doppelten Einweghandschuhen und Schutzkleidung zu ihm ins Krankenhaus. Ein minimaler Virusinfektion hätte damals bei ihm zu schlimmen Folgen führen können“, erzählt die Mutter.

Deshalb denkt sie bei der Herstellung ihrer „Do it yourself“-Masken vor allem auch an andere betroffene Eltern, deren Kinder oder Familienmitglieder einen Schutz vor Keimen benötigen oder einfach auch an andere verantwortungsvolle Menschen, die ihre Mitmenschen auch vor Infektion schützen wollen.

„Unsere Initiative „Eine statt Keine“ kann in Zeiten des Mangels an Schutzmasken zumindest etwas dazu beitragen, die Situation zu verbessern“Michaela Habeler

Über die Sinnhaftigkeit von Schutzmasken wird seit Ausbruch der Corona-Krise unterschiedlichst diskutiert. Generell unterscheidet man zwischen Mund-Nasen-Schutzmasken (OP-Masken) und Partikel-filternden Halbmasken (FFP). Diese FFP-Masken werden in drei Kategorien unterteilt, die sich im Rückhaltevermögen der Partikelfilter unterscheiden: Unumstritten schützen nur die FFP3-Masken den Maskenträger gegen das Coronavirus.

Alle anderen Masken schützen vor allem die Umgebung vor der Tröpfcheninfektion, jedoch nicht den Maskenträger selbst. „Unsere Initiative „Eine statt Keine“ kann in Zeiten des Mangels an Schutzmasken zumindest etwas dazu beitragen, die Situation zu verbessern“, ist Habeler überzeugt, die vielen aufgrund ihres Einsatzes für krebskranke Kinder des St. Anna Kinderspitals ein Begriff sein könnte.

Im Sinne der zahlreichen Aktivitäten zur Unterstützung von krebskranken, stammzelltransplantierten Kindern, ersucht Michaela Habeler das Projekt „INTERACCT“, Kennwort „Tröstgeschichten“ mit einer freiwilligen Spende zu unterstützen. „Dieses Projekt hat zum Ziel, eine App zu entwickeln, damit die Kommunikation zwischen krebskranken Kindern und Jugendlichen und ihren Behandlungsteams auch von zu Hause, in Heimisolation, besser funktioniert.