Masken vom Meister: Eibler zurück an der Nähmaschine

Schneidermeister Walter Eibler ist aktuell wieder häufiger in seiner Werkstatt zu finden. Auch er näht Schutzmasken.

Erstellt am 27. April 2020 | 06:04
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Schneidermeister Walter Eibler mit einer seiner Mund-Nasen-Schutz-Masken.
Foto: zVg

Mittlerweile ist das Bild mehr als vertraut: Menschen im öffentlichen Raum, im Fernsehen oder dem Internet, deren Gesichter teilweise hinter Schutzmasken verborgen sind.

Breit wurde besprochen, welche Masken nun welche Art von Schutz bieten, entweder nur einen Fremdschutz, indem die Masken den Ausstoß von möglicherweise infektiösen Tröpfchen verhindern, oder auch einen Selbstschutz wie das nur die so genannten filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken) tun.

Mit so einem Rundumschutz, den die FFP-Anfertigungen bieten, kann der Sigleßer Walter Eibler zwar nicht aufwarten, dafür aber mit in Eigenproduktion hergestellten einfachen Mund-Nasen-Schutz-Masken. Und mit Walter Eibler ist hier auch gleich ein richtiger Fachmann am Werk, jedenfalls was das Nähen anbelangt.

Siebzig bis achtzig Stück sind schon entstanden

In jungen Jahren machte er seine Meisterprüfung als Schneider und übte diesen Beruf schließlich auch bis zu seiner Pensionierung aus. Vorübergehend war er zehn Jahre lang selbstständig, ehe er zum Unternehmen Triumph wechselte, dem er fünfunddreißig Jahre treu blieb.

„Bis zu meinem 65. Lebensjahr habe ich BH und Höschen hergestellt. Jetzt bin ich seit zehn Jahren zu Hause. Meine Werkstatt ist aber immer noch gut mit Maschinen ausgestattet und ab und zu, weil ich noch rüstig bin, arbeite ich dort“, erzählt Eibler.

Als Material für seine Masken verwendet er reinen Baumwollstoff. „Ich hatte noch etwas davon übrig und deshalb dachte ich mir, ich probiere es einfach mal aus.“

Siebzig bis achtzig Stück hat er mittlerweile schon genäht. „Pro Tag, wenn ich gut drauf bin, mache ich ungefähr zehn. Oft vergesse ich dabei sogar die Zeit und verbringe den ganzen Tag in der Werkstatt.“

„Ich möchte aber auch noch meine Pension genießen. Ich will jetzt einfach nur ein wenig mithelfen.“Schneidermeister Walter Eibler

Was seine Modelle wahrscheinlich von den meisten anderen unterscheidet, ist, dass er im oberen Bereich der Maske als Halt einen Drahtbügel aus Kupfer verwendet, so wie er das noch aus seiner Zeit kannte, in denen er BH herstellte. „Mit den Drathbügeln kann man die Maske formen und an das Gesicht besser anpassen.“

Sein fleißiges Engagement hat sich in der Gemeinde Sigleß und Umgebung durch klassische Mundpropaganda verbreitet. „Die Leute hier kennen mich und wenn jemand sagt, er will diese oder jene Maske, dann bekommt er sie. Ich sitze dann zum Beispiel auch vor dem Computer und probiere neue Schnittmuster aus.“

Eines seiner Exemplare hat Eibler auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zukommen lassen. „Die Idee dahinter und das Motto, woran ich dabei gedacht hatte, war: Wenn es unserem Landeshauptmann gut geht und er gesund bleibt, dann geht es uns in der Bevölkerung auch gut.“ Die persönliche Rückmeldung von Doskozil steht zwar noch aus, „von einem seiner Mitarbeiter habe ich aber gehört, dass die Maske angekommen ist und er sich bedankt hat.“

Zuviel Aufsehen will Eibler mit seinen Maskenanfertigungen jedoch nicht erregen, „weil ich möchte auch noch meine Pension genießen. Ich will einfach nur ein wenig mithelfen und meinen kleinen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten“, so der 75-Jährige.