45 Jahre Jazz Pub: Mehr als ein Lokal. Ehemaliges Wirtshaus als Ort der Begegnung verschiedener Kulturen, Ort revolutionärer Musik, Ort der Kommunikation.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. Juni 2017 (04:57)
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Erinnerungen an die Anfänge des Jazz Pubs: „Soulman“ Reinhard Döller und „Mr. Foto“ Helmut Riedl. Er hielt bis jetzt alle Festivals fotografisch fest.
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Reinhard Döller, alias „Soulman“ oder „Söuly“, war der erste DJ, der im Jazz Pub Platten auflegte“. Er erzählt: „Die Bezeichnung DJ hat es damals ja noch gar nicht gegeben. Auch das Jazz Pub wurde erst ab 1975 als solches bezeichnet. Vorher war es das Feurer-Wirtshaus, dann das „Racing Disc“, weil der Bruder von Franz Bogner Formel V Fahrer war.“

„Das Jazz Pub war überall auf der ganzen Welt bekannt"

Motorsportbegeistert war auch Franz Bogner, doch die Musik behielt schließlich die Oberhand, und aus dem ehemaligen Dorfwirtshaus wurde ein Treffpunkt internationaler Künstler und Jazz-Größen und eine Diskothek, in der Platten von Blood, Sweet & Tears, Uriah Heep und anderer „besserer“ Bands gespielt wurden. Was den Soulman mit besonderem Stolz erfüllt: „Das Jazz Pub war überall auf der ganzen Welt bekannt. Das lag an den Musikern aus Amerika oder Afrika, die im Jazz Pub auftraten.“

Doris Zebrakovsky war mit 13 Jahren das erste Mal im Jazz Pub, natürlich ohne das Wissen ihrer Mutter. Offiziell war sie auf einer Ballveranstaltung. Als ihre Mutter eines Tages doch herausfand, wo Tochter Doris die Freitagabende verbrachte, tauchte sie wutentbrannt im Jazz Pub auf. „Franz Bogner hat es geschafft, meine Mutter an der Bar abzulenken und zu beruhigen, sonst wäre das wirklich schlimm ausgegangen“, erinnert sich Doris Zebrakovsky. Doch von nun an durfte sie offiziell das Jazz Pub besuchen und war auch bei den Festivals ab, der Stunde Null an mit dabei. Einmal half sie sogar, die Bühne mit aufzubauen. „Das war einfach so, jeder hat mit angepackt und hat mitgeholfen.“