Lustbarkeitsabgabe: Wer spielt, der zahlt. WiP-Gemeinderat Dietmar Rath fordert die Gemeinde auf, bei Wiesen-Festivals auf gesetzliche Steuer zu verzichten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 06. April 2017 (04:04)
 
NOEN, Kremser

Dietmar Raths Forderung lautet im Detail, dass die Gemeinde Wiesen davon Abstand nehmen sollte, eine Lustbarkeitsabgabe für Wiesen-Tickets zu verlangen, die gratis an Besucher abgegeben werden. Im Vorjahr sei es zur vermehrten Gratis-Ticketausgabe gekommen, weil eine neue Agentur die Organisation des Festivals übernommen hatte.

„Dementsprechend muss das Festival neu erst einmal bekannt gemacht werden“, meint Rath. „Ob eine Gemeinde Lustbarkeitsabgabe verlangt oder nicht, liegt im Kompetenzbereich des Gemeinderates“, führt Rath weiter aus, und nennt als Beispiel die Gemeinde Wien, die die Lustbarkeitsabgabe gänzlich abgeschafft hat. Insgeheim hatte er darauf gehofft, dass diese Abgabe bundesweit gestrichen wird, eine Hoffnung, die sich nicht erfüllte.

„Wir wollten gerade in der Premierensaison vielen Besuchern die Neuerungen auf dem Festivalgelände in Wiesen hautnah zeigen“

Die BVZ fragte bei der Agentur Arcadia Live nach, ob im Vorjahr tatsächlich mehr Freikarten als üblich unters Volk gebracht wurden. Filip Potocki von Arcadia Live bestätigt, dass 2016 in ihrer ersten Saison mehr Freikarten ausgegeben wurden. „Wir wollten gerade in der Premierensaison vielen Besuchern die Neuerungen auf dem Festivalgelände in Wiesen hautnah zeigen“, erklärt Potocki.

Auch habe die Agentur das Gespräch mit Bürgermeister Matthias Weghofer gesucht. „Wir sind als Veranstalter, der ja nicht zuletzt auch eine touristisch-wirtschaftliche Belebung in die Region bringt, nicht glücklich über die Lustbarkeitsabgabe, die ja in anderen Bundesländern bereits abgeschafft wurde. Aber wir haben für die Saison 2016 die Lustbarkeitsabgabe laut Bescheid bezahlt“, hält Potocki fest.

Der angesprochene Bürgermeister Weghofer erklärt, er sei von Gesetz her verpflichtet, auch Lustbarkeitsabgabe für Freikarten einzuheben. Außerdem sei die Lustbarkeitsabgabe eine Steuer wie jede andere. „Bei anderen Steuern stellt sich diese Frage gar nicht und es wird nicht darüber diskutiert. Wir können nicht auf alle Abgaben verzichten“, ist Weghofer überzeugt.