Computer orgelt Messe in Frauenkirchen. In Frauenkirchen ergänzt ein mechanischer Orgelaufsatz das sechsköpfige Organistenteam bei Terminproblemen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 05. Juli 2017 (10:36)
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Orgelspiel per Computer. Die Register zieht Pater Thomas Lackner händisch. Danach übernimmt die „Organola“, die mittels Fernbedienung direkt von der Kanzel gesteuert werden kann.
B. Böhm-Ritter

Sechs Organistinnen und Organisten begleiten in Frauenkirchen die Gottesdienste in der Basilika. Traude Waldherr, Brigitte Ebersdorfer, Wolfgang Thell, Stefan Mädl, Martin Puhovich und Eva Lukácsné sind die musikalischen Gestalter der verschiedenen Messen. Ein großes Team - und trotzdem kam es in der Vergangenheit zu Engpässen in der beliebten Wallfahrtskirche mit dicht gedrängtem Programm.

Computergesteuerte Alternative

„Man kann von den Leuten nicht erwarten, dass sie immer abrufbereit sind“, weiß Pater Thomas Lackner. Er war es auch, der durch Zufall von einer computergesteuerten Alternative erfahren hat und diese nun ein Jahr lang in der Basilika testete. Die sogenannte „Organola“ ist ein mechanischer „Aufsatzkasten“, dessen Filzknöpfe mittels elektronischer Impulse die Orgeltasten drücken. Die Noten werden mittels Computer direkt von einem Speichermedium an die Maschine geschickt.

„Die „Organola“ soll keinen Organisten ersetzen, sie ist lediglich eine Alternative, wenn keiner da ist“, stellt Pater Thomas klar. „So wie heuer zu Fronleichnam“. In so einem Fall kommt der Stadtpfarrer nun mit Speicherstick und Fernbedienung in die Kirche.

Einjährige Testphase

Obwohl Lackner betont, dass ein geschultes Ohr den Unterschied zwischen der „Organola“ und den Organisten wohl hören könne, zeigt er sich begeistert. Nach einer einjährigen Testphase wurde die Maschine nun gekauft. Lackner nennt den Ankauf ein pastorales Anliegen.

„Momentan wächst eine ganze Generation ohne Orgelmusik und typische Gottesloblieder auf. Schulgottesdienste und Jugendmessen werden nur mehr rhythmisch gestaltet. Wir haben nun die Möglichkeit wenigstens ein oder zwei Orgelstücke einzubauen, ohne dass dafür extra ein Organist kommen muss.“

Organisten als Mangelware

In Zukunft wird man in den Kirchen wohl verstärkt auf den mechanischen Ersatz setzen müssen. Organisten sind Mangelware, Nachwuchs selten. „Es gibt immer weniger Leute, die die Orgel spielen können. Die Jungen kennen Orgelmusik ja auch kaum. Vielleicht kann man durch den Einsatz der „Organola“ diesem Trend auch entgegenwirken, weil die Kinder und Jugendlichen wieder vermehrt mit Orgelmusik konfrontiert werden“, hofft Stadtpfarrer Lackner.