Trend: Weniger Kinder, aber mehr Klassen. Große Schulen wie die Neusiedler NMS oder die Klosterschule wachsen, kleine Schulen schrumpfen.

Von Pia Reiter. Erstellt am 30. August 2017 (10:10)
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Vorbereitet. Moritz, Aurelia, Lena-Paulina, Raphael und Abel (vorne) sowie dahinter von links Elena, Maxi, Joline, Marcus, Lilly, Michelle, Julia, Sofia, Valentina und Carmen freuen sich schon auf dem Beginn des neuen Schuljahres in der Klostervolksschule. Die Ferienbetreuung, ein Angebot der Schule in den letzten beiden Ferienwochen, soll die Umstellung für die Kids auf den Schulalltag erleichtern.
Pia Reiter

Mit dem neuen Schuljahr gibt es in den Volksschulen des Bezirks 562 Taferlklassler, das sind um 40 mehr als im Vorjahr (siehe Grafik auf Seite 21), es gibt zwei zusätzliche Klassen.

In den Neuen Mittelschulen ist die Situation laut Pflichtschulinspektor Werner Zwickl ein wenig anders: Hier sind es ab September 22 Schüler weniger. „Dennoch und das entspricht dem Trend, der deutlich feststellbar ist, gibt es drei Klassen mehr als im vorigen Schuljahr. Das liegt darin, dass ohnehin große Schulen, wie die Neusiedler NMS, die Kloster-NMS oder die NMS Frauenkirchen wachsen, kleine Schulen hingegen schrumpfen.“

So ist der Zuzug im Raum Neusiedl am See, Kittsee und Nickelsdorf laut Zwickl spürbar, die Schülerzahlen in Parndorf wurden auf einem hohen Niveau stabil gehalten. Weniger Kinder gibt es hingegen in Apetlon, Andau und Wallern. „Das ist ein ständiges Auf und Ab“, so der Pflichtschulinspektor.

Pilotprojekt in Frauenkirchen

Ein besonderes Pilotprojekt startet mit diesem Schuljahr in Frauenkirchen: „Obwohl das neue Gesetz noch nicht in Kraft ist, entsteht hier der erste Schulcluster im Burgenland“, sagt Zwickl, der die gemeinsame Leitung der fünf Schulstandorte NMS Frauenkirchen, Volksschule Frauenkirchen, Sonderpädagogisches Zentrum Frauenkirchen, NMS und Volksschule Illmitz durch Jutta Peisser (die BVZ berichtete) als Herausforderung sieht.

„Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass schon bald die Erweiterung des Clusters in Frauenkirchen mit einem sechsten Standort vor der Tür steht, denn die Direktorin der PTS Frauenkirchen geht ebenfalls bald in Pension“, so Zwickl.

Landesschulrat Burgenland; Foto: Billion Photos/shutterstock.com; Grafik: Bischof

In der Cluster-Lösung von Frauenkirchen sieht er großes Potenzial: „Im Bereich der Nutzung von Ressourcen vor Ort oder dem flexiblen Austausch von Lehrkräften, das macht es bei den ganz unterschiedlichen Schultypen spannend.“

Ab diesem Schuljahr wird es durch die Pensionierung von Direktor Wolfgang Heitzinger auch in den Volksschulen Gattendorf und Deutsch Jahrndorf einen gemeinsamen Leiter durch Josef Gettinger geben. „Damit haben wir bereits in den Volksschulen Winden und Jois sowie Parndorf und Pama Erfahrungen gemacht. Denn erst ab zehn vollbeschäftigten Lehrern bekommt ein Schulstandort einen Leiter“, so der Pflichtschulinspektor.

Tagesbetreuungsqualität ausbauen

Ein großes Ziel ist es laut Zwickl auch, die Qualität der Tagesbetreuung auszubauen: „Die Qualifikation der Betreuungspersonen ist vorhanden. Jetzt ist ein Konzept von allen Schulen gefordert.“

Auf den Wechsel zwischen Lern- und Freizeitphasen und zusätzliche Angebote, so wie etwa in der Klostervolksschule wird großer Wert gelegt.