Bankomat in Pama sollte gesprengt werden

Erstellt am 05. Dezember 2022 | 04:44
Lesezeit: 3 Min
Bankomat Symbolbild
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Foto: Hadrian/Shutterstock.com
Weiterer Täter zu 18 Monaten Haft verurteilt. Verbrechergruppe wollte 2019 Coup in Pama begehen.
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Drei Rumänen hatten am 27. Februar 2019 den Bankomat in der Raiffeisenfiliale in Pama präpariert. Hochexplosiver Sprengstoff steckte bereits im Ausgabefach. Doch dann verließen die Täter den Tatort.

Am Dienstag dieser Woche musste sich ein 38-jähriger rumänischer Staatsbürger als Mittäter bei der geplanten Bankomatsprengung vor Gericht verantworten.

Zwei seiner Komplizen wurden bereits verurteilt und sitzen ihre Haftstrafen ab.

Nach dem 38-Jährigen war per europäischem Haftbefehl gefahndet worden, seit Mitte September befindet er sich in Vorhaft.

Der Rumäne gab zu, zwei Komplizen am Tatort in Pama unterstützt zu haben.

Die Tätergruppe hatte ein altes Auto gestohlen, dessen Batterie sie zum Zünden des Sprengstoffes verwenden wollten.

Den Sprengstoff hatte ein Mann besorgt, der im Februar dieses Jahres am Landesgericht Eisenstadt zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde.

Es handelte sich um Material, das weltweit auch bei terroristischen Anschlägen verwendet wurde, wie die Staatsanwältin bekannt gab.

Der Angeklagte war dafür zuständig, Kabel vom bereits im Geldausgabefach des Bankomaten deponierten Sprengstoff zur Autobatterie zu legen.

Gegen vier Uhr morgens waren die Vorbereitungen weit fortgeschritten und es fehlte nur noch der letzte Schritt. Wenn das Verbindungskabel an die Autobatterie angeschlossen worden wäre, dann wäre es sofort zur Detonation gekommen, wie der Angeklagte zugab.

In diesem Moment seien jedoch Scheinwerfer eines vorbeifahrenden Autos zu sehen gewesen.

„Ich schrie: Polizei! Polizei!“, gab der Angeklagte an.

Dann habe er mit seinen Komplizen die Flucht ergriffen. Der Bankomat blieb samt dem darin enthaltenen Bargeld von 97.000 Euro unbeschädigt.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, er habe erst vor Ort realisiert, dass sich der zu sprengende Bankomat mitten im Ort befand und gleich nebenan Menschen lebten.

„Ich wusste nicht, wie ich aus der Sache herauskomme“, behauptete der Angeklagte.

Seine Mittäter waren 2020 nach einem anderen Bankomat-Coup in der Steiermark verhaftet worden. Der 38-Jährige hatte jedoch nur an der versuchten Sprengung in Pama mitgewirkt.

Er wurde von einem Schöffensenat zu 18 Monaten unbedingter Haft verurteilt und nahm dieses Urteil an. Auch die Staatsanwältin verzichtete auf Rechtsmittel. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

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