Countdown für Surf Worldcup in Neusiedl. Veranstalter Georg Kloibhofer will gemeinsam mit Bürgern Problemstellen wie Verkehr oder Parken entschärfen.

Von Pia Reiter. Erstellt am 08. Februar 2017 (09:27)
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Stimmung pur. Das erhoffen sich die Veranstalter heuer auch vom neuen Event-Ort, dem Neusiedler Seebad. Der Surf Worldcup eröffnet Ende April/ Anfang Mai die Saison am Neusiedler See.
Pia Reiter/ Martin Reiter

Vergangene Woche waren Neusiedls Vermieter, Gastronomen und Winzer zum Info-Abend über den Surf Worldcup ins Weinwerk eingeladen. Veranstalter Georg Kloibhofer stellte sich und die Veranstaltung vor. Er betont, dass die Gerüchteküche über den Surf Worldcup bereits brodelte:

„Da war auch ein wenig Unfug dabei. Wenn bei einer Großveranstaltung mehr Besucher in den Ort kommen als Einwohner da sind, muss man an vielen Ecken arbeiten. Ich glaube, dass ich zeigen konnte, dass wir uns gut vorbereitet haben und wichtige Problemstellen (Parken, Verkehr, Schäden im Strandbad) in der Vorbereitung schon berücksichtigt haben. Unsere Lösungsvorschläge sind gut angekommen - wir wollen aber noch mit den Neusiedlern die Ideen optimieren.“

Neusiedler konnten Bedenken anmelden

Auch Freizeitbetriebe-Geschäftsführer Georg Glerton, der mit den Veranstaltern über Neusiedl am See als neuen Standort verhandelt hat, erklärt: „Durch den Info-Abend hatten die Neusiedler die Möglichkeit, ihre Bedenken anzumelden. Die Bevölkerung einzubinden ist wichtig, auch wenn es meiner Meinung nach zu wenig angenommen wurde.“

Kloibhofer hat im Rahmen des Info-Abends bewusst den Kontakt zu Neusiedler Unternehmern gesucht: „Eine Großveranstaltung bedarf vieler Zulieferer. Ich habe Kontakte zu Weinbauern, Beherbergungsbetrieben, Restaurants gefunden. Da werden sich einige Geschäftsbeziehungen ergeben.“

Deshalb ist sich Freizeitbetriebe-Geschäftsführer Georg Glerton sicher: „Der Veranstalter hat einen Ruf zu verlieren und Vorgaben, an die er sich zu halten hat, das ist alles geklärt. Für mich ist klar, er ist dem Ganzen gewachsen. Das Event bringt der Region enorm viel. Alle, egal ob Vermieter, Gastronomen oder Taxler werden profitieren.“

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Quelle: Statistik Burgenland; Foto: lenetstan/shutterstock; Grarik: Bischof

So wie in der Bevölkerung gibt es auch in der Stadt-Politik geteilte Meinungen über den Surf Worldcup in Neusiedl See. Grüne-Gemeinderätin Alexandra Fischbach steht diesem Projekt sehr skeptisch gegenüber: „Vor allem was den Mehrwert dieser Veranstaltung für die Neusiedler Betriebe und die Stadt insgesamt betrifft. Daher sind wir froh, dass es uns gelungen ist, die Durchführung des Surf Worldcup vorerst auf ein Jahr zu beschränken. Dann wird man sehen, wie die Bilanz dieser Veranstaltung ausfällt.“

Ganz anders sieht das Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ): „Sowohl die Stadt als auch die Region wird vom Surf World Cup profitieren. Unsere Betriebe und unsere Winzer haben die Möglichkeit sich positiv einzubringen und zu präsentieren. Die Veranstalter haben von uns Politikern den Auftrag erhalten, dass alles reibungslos abläuft. Ich bin zuversichtlich und wir sollten uns diese Chance und den tollen Werbeeffekt nicht entgehen lassen.“

Am Verkehrskonzept wird gerade getüftelt

Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) versteht, dass manche skeptisch sind und sich vor den vielen Besuchern und dem zusätzlichen Verkehr fürchten: „Jede Großveranstaltung hat mit diesen Themen zu kämpfen. Aber die Veranstalter sind Profis und gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft wird gerade an einem Verkehrskonzept getüftelt. Dieses beinhaltet einen großen Parkplatz und Campingplatz am Prädium und einen Shuttledienst zum Seebad. Dazu kommt noch ein Verkehrsleitsystem in der Seestraße und ein Bummelzug, der den ganzen Tag in der Seestraße bis zum Seebad verkehrt.“

Das Ziel des Veranstalters ist jedenfalls ein ambitioniertes: „Den Surf Worldcup so hierherstellen, dass die Neusiedler sagen, die Podersdorfer müssen verrückt sein. Auch wenn es heuer nicht leicht wird, da uns etwa 80.000 Euro fehlen.“

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Beim Info-Abend. Stadtrat Thomas Halbritter, Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm, Tourismusobfrau Renate Königshofer, Veranstalter Georg Kloibhofer und Freizeitbetriebe-Geschäftsführer Georg Glerton.
Pia Reiter