„Schwarzer“ Keller im Dorfmuseum

Am Donnerstag (15. Juni) werden in Mönchhof weitere Objekte eröffnet: Zwei historische Stadl, die unterirdisch durch einen Tunnel erreichbar sind.

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 12. Juni 2017 | 06:07
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Unterirdisch. Beppo Haubenwallner präsentiert den Tunnel, durch den man das Maschinenhaus erreicht und den „schwarzen Keller“ entdeckt.
Foto: Birgit Böhm-Ritter

„Es muss immer etwas Neues geben, so bleibt das Dorfmuseum spannend“– das ist das Credo von Josef „Beppo“ Haubenwallner, der in seinem Mönchhofer Freilichtmuseum fast jährlich eine neue Attraktion zu bieten hat. Seit 1990 wächst das Museumsdorf stetig weiter, bleibt damit lebendig und lädt immer wieder zu neuen Entdeckungsreisen ein. Der Erfolg und rund 50.000 Besucher jährlich geben der Mönchhofer Privatinitiative der Familie Haubenwallner recht.

166 Jahre alter Dachstuhl

Jüngstes Projekt ist die Erweiterung des Dorfes um zwei große Stadl, in denen Dreschmaschinen und historische Fuhrwerke ausgestellt werden. Gebaut wird seit mehr als einem Jahr.

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Die beiden Gebäude wurden in Nickelsdorf abgebaut und detailgetreu im Dorfmuseum wieder aufgebaut. Die Dachstühle stammen aus dem Jahr 1871 und 1929.

„Die Dachstühle sind etwas ganz Besonderes“, schwärmt Haubenwallner. „Sie wurden aus Baumstämmen gemacht, die so verarbeitet wurden, wie sie gewachsen sind. Das konnte in der Region nur eine einzige Zimmererfamilie in Nickelsdorf.“

Die Arbeiten sind bereits beendet. Mit dem Halbturner Historiker Herbert Brettl ist Haubenwallner nun mit dem Feinschliff beschäftigt. Alte Fotos sollen die Ausstellung noch lebendiger machen.

„Maschinenhäusl“ hinter der Kirche

Die beiden Stadl bilden hinter der Museumskirche den Abschluss des lang gezogenen Dorfes. Eines der Gebäude dient als Maschinenhaus. „Das ist passend. Denn bis in die 1960er Jahre stand in Mönchhof, auf dem Areal des heutigen Spar-Supermarktes, also hinter der Kirche, das sogenannte Maschinenhäusl, das von sechs Gesellschaften genutzt wurde“, erzählt Haubenwallner den historischen Hintergrund seiner Platzwahl.

Im zweiten historischen Stadl sind rund zwanzig Fuhrwerke, die zwischen 1900 und 1960 im Einsatz waren, ausgestellt. „Transportiert wurden damit größtenteils Rüben, Kukuruz, Wein, Heu und Stroh“, beschreibt Haubenwallner seine Wagensammlung.

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Erhalten. Rund zwanzig Fuhrwerke aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts finden im historischen Stadl bei Beppo Haubenwallner Platz.
Birgit Böhm-Ritter

Für Museumsbesucher sind die neuen Errungenschaften jedenfalls sehenswert. Ein Höhepunkt ist aber sicher der Tunnel, der die Besucher in den neuen Museumsteil führt: Nur durch einen 30 Meter langen unterirdischen Gang sind Maschinenhaus und Wagenstadl erreichbar. „Damit es nicht so fad wird, habe ich den Tunnel nicht gerade gebaut, sondern in einer S-Form. Es ist viel spannender, wenn man das Ende nicht sofort sieht“, schmunzelt Haubenwallner.

Spannend ist es im unteririschen Gang für Museumsbesucher ohnehin. Denn dort befindet sich auch der „schwarze Keller“. „Hier war alles gelagert, was nicht versteuert worden ist. So war das früher bei den Leuten“, erklärt Haubenwallner mit einem Augenzwinkern.

Eröffnet werden die neuen Museumsobjekte im Rahmen eines Jubiläumskonzertes. Am 15. Juni feiern die „Buchgrabler“ ihr 25-jähriges Bestehen im Dorfmuseum. Im Anschluss können Stadl und der unterirdische Gang mit „schwarzen Keller“ besichtigt werden.