Kloster-Projekt: „Aufgabe, St. Andräer wieder zu einen“

Nach Rückzug des Projekts durch die Orthodoxe Kirche, spricht sich Gemeindepolitik klar für geplantes Kloster aus.

BVZ Redaktion Aktualisiert am 04. Mai 2017 | 11:54
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Zurückgezogen. Die Pläne für das orthodoxe Kloster in St. Andrä am Zicksee sollen nun nicht mehr verwirklicht werden. Die Volksabstimmung darüber wird voraussichtlich trotzdem stattfinden - aus rechtlichen Gründen.
Foto: BVZ

Auch nach Bekanntgabe des griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria, Arsenios Kardamakis, das geplante Kloster nun nicht mehr in St. Andrä errichten zu wollen, kommt die Seewinkelgemeinde nicht zur Ruhe. Denn nach derzeitigen Stand bleibt es bei der Volksabstimmung am 11. Juni, das bestätigt Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ). 

Es gebe einen gültigen Bescheid, daher werde das Plebiszit durchgeführt: „Das ist die derzeitige Stimmung im Gemeinderat. Es wurden bereits sehr viel Zeit und Arbeit von unserer Seite eingebracht.“

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„Das Zurückziehen der orthodoxen Kirche hat derzeit keine Auswirkungen“Brigitte Novos, Leiterin der Gemeindeabteilung des Landes

Der Bürgermeister hofft auf einen positiven Ausgang der Abstimmung. Dass das Kloster - wie Befürworter hoffen - auf einem anderen Grundstück im Ort errichtet werden könnte, bezeichnete Goldenitsch als "Spekulationen". Es gelte, das Ergebnis der Abstimmung abzuwarten.

Gespräche mit der Gemeindeabteilung des Landes stehen zwar noch aus, doch auch Abteilungsleiterin Brigitte Novosel stellt klar: „Das Zurückziehen der orthodoxen Kirche hat derzeit keine Auswirkungen, das Verfahren geht weiter. Der erlassene Bescheid hat Rechtskraft und derzeit wird geprüft, ob es rechtlich überhaupt möglich ist, die Volksabstimmung nicht durchführen zu müssen.“

Denn die rechtliche Situation ist unklar, weil es laut Novosel dazu keine Judikatur gibt.

„Wollen nüchtern und objektiv an die Sache herangehen“

Mittlerweile mehren sich laut Goldenitsch aber im Ort die Stimmen in der Bevölkerung, die sich für das Klosterprojekt aussprechen: „St. Andrä hat einen großen Imageschaden erlitten, das wollen die Leute nicht. Der gesamte Gemeinderat hat sich klar für das Kloster ausgesprochen und will mit der Bevölkerung daran arbeiten. Primäre Aufgabe ist es, die St. Andräer wieder zu einen. Wir wollen nüchtern und objektiv an die Sache herangehen.“

Der Obmann des Vereins „Freunde des Kloster Maria Schutz“, Martin Brasch sieht das ähnlich: „Damit besteht die Chance, dass wir St. Andräer den Imageschaden korrigieren dürfen. Wir werden alles daran setzen, der orthodoxen Kirche ein Angebot zu unterbreiten, dass das Kloster bleibt.“ Theologe Paul M. Zulehner wollte am Donnerstag(4. Mai) einen Vortrag zum Thema Kloster halten, dieser wurde nun aus aktuellem Grund abgesagt.