Neusiedl am See: Mole West will Betrieb weiterführen

Sanierungsverfahren

"Wir sind zurück. Und haben jede Menge Neues mitgebracht. Seit 8. März haben wir wieder unsere Türen geöffnet und es erwarten Sie viele Neuerungen: eine neue Speisekarte mit österreichischen und pannonischen Spezialitäten, eine Vielzahl von österreichischen Weinen mit einem starken Fokus auf das Burgenland, die Rückkehr des beliebten Tagestellers und des besten See-Frühstücks am Wochenende. Nur die wunderbare Atmosphäre und der atemberaubende Ausblick bleiben gleich. Wir freuen uns auf Sie!"

Von Von Birgit Böhm-Ritter

Neusiedl am See: Mole West will Betrieb weiterführen

© Reiter, Martin Reiterwww.reiter-foto.co

Diese euphorischen Worte waren noch am Donnerstag auf der Homepage des Neusiedler Szenelokals Mole West zu lesen.

Heute, Freitag, einen Tag nach der Meldung, dass die Betreibergesellschaft Gruze, Mayer & Co. Immobilien GmbH & Co KG einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beim Landesgericht Eisenstadt gestellt hat, sucht man diesen Absatz vergeblich. In einer Aussendung bestätigt man heute allerdings, weitermachen zu wollen: „Der operative Betrieb ist vom Sanierungsverfahren nicht beeinträchtigt und die "MOLE WEST" hat weiterhin ganz normal geöffnet“, heißt es.

Neue Betreiber 2021 nach 17 Jahren Karolyi

Die Betreibergesellschaft Gruze, Mayer & Co. Immobilien GmbH & Co KG übernahm die Mole West im Oktober 2021 als neuer Pächter. Zuvor führte die Neusiedler Gastro-Familie um Franz und Bernd Karolyi das Lokal 17 Jahre lang erfolgreich. Sie sind es auch, die die Mole West aufgebaut und mit der Stadtgemeinde Neusiedl am See den Baurechtsvertrag abgeschlossen haben, der weiterhin besteht.

Altlasten aus dieser Zeit sollen laut Betreibergesellschaft allerdings ein Mitgrund der derzeitigen wirtschatlichen Schieflage sein. Man spricht von „einer verheerenden Sommersaison 2022 (Wassermangel im Neusiedlersee), aber auch von wirtschaftlichen Fehlentscheidungen (Personalplanung der ehemaligen Geschäftsleitung)“, sowie von „gestiegenen Wareneinsatz-, Personal- und Energiekosten“. Bereits im Jahr 2022 seien umfangreiche Reorganisationsmaßnahmen gesetzt worden. Angeführt werden die Umstellung auf einen Saisonbetrieb und damit einhergehende erhebliche Personal- und Energiekosteneinsparungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Zusätzlich hätten die Gesellschafter erhebliche finanzielle Mittel in Höhe von mehreren hunderttausend Euro zur Verfügung gestellt.

Laut Betreibergesellschaft kann der laufende Geschäftsbetrieb zwar gewinnbringend geführt werden, aber nicht sämtliche Altverbindlichkeiten aus dem Jahr 2022 bezahlt werden. Die Gesellschafter streben eine nachhaltige Sanierung der Betreibergesellschaft an, um die "MOLE WEST" langfristig zu erhalten.

Insolvenzverwalter Dr. Felix Stortecky konnte den Sanierungsplan bereits prüfen: Er bestätigt, dass eine Unternehmensfortführung jedenfalls im Interesse der Gläubiger sei.