„Gemeinsam Sicher“: Näher am Bürger

Der Neusiedler Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer stellt für die BVZ das neue Polizeiprojekt „Gemeinsam Sicher“ vor.

Erstellt am 17. Februar 2017 | 05:00
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Für die Sicherheit. Oberst Rainer Bierbaumer und Sicherheitskoordinatorin Dagmar Hasler wollen enger mit der Bevölkerung zusammenarbeiten.
Foto: BVZ, zVg

Dieser Tage wird das österreichweite Polizeiprojekt „Gemeinsam Sicher“ auch im Bezirk Neusiedl umgesetzt. Mit Sicherheitsbeauftragten, sowohl in den Reihen der Polizei als auch in der Bevölkerung, sollen beide Seiten näher zusammenrücken.

Bessere Kommunikation durch Vertrauenspersonen

Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer sprach mit der BVZ über die Hintergründe des Projektes: „Wir wollen damit mehr Bürgernähe erreichen. Es gibt leider immer noch Leute, die eine gewisse Scheu haben, uns gleich anzurufen, wenn sie etwas beobachten. Da entgeht uns sehr viel Information.“

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Um diese „Informationslücke“ zu füllen, kommen im Zuge des „Gemeinsam Sicher“-Projektes diverse Vertrauenspersonen zum Einsatz. Zum einen gibt es nun auf jeder der zehn Polizeidienststellen des Bezirks mehrere Beamte, deren Aufgabe es ist, in ihren Ortschaften zu netzwerken.

Rund ein Viertel ihrer Arbeitszeit sollen diese Polizisten in engem Kontakt mit der Bevölkerung verbringen. Zum anderen wird es in jeder Gemeinde auch Kontaktpersonen in der Bevölkerung geben. Je ein „Sicherheitspartner“ und ein „Sicherheitsgemeinderat“ (Anmerkung: der nicht zwingend im Gemeinderat sitzen muss.) sollen das Bindeglied zwischen Polizei und Bürgern bilden und Anliegen oder Probleme der Ortsbevölkerung weiterleiten.

Am Bezirkspolizeikommando Neusiedl laufen alle Fäden bei der Sicherheitskoordinatorin Dagmar Hasler zusammen.

„Paradigmenwechsel“ in der Polizei

Für Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer stellt „Gemeinsam Sicher“ auch einen Paradigmenwechsel in der Polizei dar, denn die Exekutive soll sich künftig auch besser um kommunale Probleme kümmern: „Wenn man bisher bei der Polizei angerufen hat, um zu sagen, dass beispielsweise im Park ein Licht kaputt ist, wird man wahrscheinlich gehört haben, das geht uns nichts an, rufen Sie bei der Gemeinde an. Ab jetzt werden wir uns für die Mitteilung bedanken und von uns aus die Gemeinde kontaktieren. Das ist ein Denkwechsel, den wir bei uns implementieren wollen.“