E-Motoren statt Diesel: Wallerner Pumpwerk modernisiert. Das Wallerner Pumpwerk im Hanság wurde um 100.000 Euro modernisiert. Steuerung funktioniert mit Handy-App.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 30. August 2017 (11:06)
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Landesrat Helmut Bieler, Bürgermeister Helmut Huber und der Obmann der Wassergenossenschaft Viktor Michlits sind von der Vorbildwirkung des neuen Systems überzeugt. Auch andere Pumwerke könnten nun elektrifiziert werden.
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Erkundet man dieser Tage das Gebiet des Hanśag, so würde man nicht glauben, dass man sich in einem einstigen Feuchtgebiet befindet. Ähnlich wie im Rest des Bezirkes dominieren aufgrund einer langandauernden Trockenperiode - zum Leidwesen der Landwirte - recht trockene Böden.

Pumpwerke sollen Überflutungen vermeiden

Trotzdem rüstet sich die Gemeinde Wallern für andere Wetterszenarien. Bei Starkregenereignissen kann sich das Bild nämlich in nur kurzer Zeit wandeln: 2014/2015 führten solche Regengüsse teilweise zu Überschwemmungen im landwirtschaftlich bewirtschafteten Gebiet. Die Folge: Ernteausfälle. Pumpwerke in Wallern, Pamhagen und Tadten sollen Überflutungen des Hanśag vermeiden und das Oberflächenwasser in den Einserkanal leiten.

Das Pumpwerk in Wallern ist seit 50 Jahren im Einsatz. Nun wurde es modernisiert, die alten Dieselmotoren ausgemustert und durch ein elektronisches Antriebssystem ersetzt. Die Kosten von 100.000 Euro tragen zu je einem Drittel Bund, Land sowie die Gemeinde Wallern gemeinsam mit der örtlichen Wassergenossenschaft. Helmut Bieler, zuständiger Landesrat für die wasserwirtschaftliche Rahmenplanung, begrüßt die Investition, die neben einer Ökologisierung auch eine leichtere Steuerung des Pumpwerks ermöglicht und so die Kosten für den laufenden Betrieb senkt.

"Soll als Vorbild herangezogen werden"

Der elektronische Antrieb spart Emissionen ein, darüber hinaus besteht keine Gefahr der Gewässerverunreinigung durch Diesel. „Wenn es um die Sicherheit geht, ist das Land immer Partner bei Investitionen. Das erste und einzige burgenländische Pumpwerk, das mit E-Motoren betrieben wird, soll auch als Vorbild herangezogen werden“, sagt Bieler anlässlich der Präsentation des modernisierten Pumpwerks. Auch Bürgermeister Helmut Huber sprach von einem „zukunftsweisenden“ Projekt: „Nach 50 Jahren Betriebszeit der Dieselmotoren, haben wir nun den Weg für weitere 50 Betriebsjahre eingeleitet.“

Im Rahmen der Umstellung von Diesel- auf Elektromotoren, wurde eine Trafostation errichtet, etwa 4.000 Laufmeter Stromkabel verlegt, zwei Elektromotoren eingebaut sowie ein modernes Steuerungssystem installiert. Interessantes Detail am Rande: Das Pumpwerk ist nun mittels Handy-App jederzeit zu überwachen und zu steuern. Das sei sinnvoll, weil bei extremen Hochwasserständen das Pumpwerk nicht mit dem Auto erreichbar sei, erklärt Helmut Rojacz, Leiter des Referats für Wasserwirtschaftliche Planung im Amt der Burgenländischen Landesregierung.

Mit der Gemeinde Tadten werden, laut Rojacz, derzeit Gespräche über eine Modernisierung des Pumpwerks geführt. In Pamhagen wird weiterhin mit Dieselmotoren gearbeitet, eine vierte - mobile - Anlage soll künftig in Andau stationiert werden. Auch diese könnte mit E-Motoren betrieben werden.