Anschlag auf Pfarrer? Polizei ermittelt

Aktualisiert am 07. Juli 2017 | 12:35
Lesezeit: 3 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Pfarrer Priester Kirche Beten Symbolbild
Symbolbild
Foto: ambrozinio/Shutterstock.com
Der Pfarrer der Gemeinde Großwarasdorf (Bezirk Oberpullendorf) soll vor zwei Wochen Opfer eines Anschlags geworden sein.
Werbung

Wie erst jetzt bekannt wurde,  dürfte ein Pfarrer aus dem Dekanat Großwarasdorf vor zwei Wochen Opfer eines Anschlags geworden sein. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut“, erklärt der Pressesprecher der Diözese Eisenstadt Dominik Orieschnig im Gespräch mit der BVZ am Freitag.

„Gehen davon aus, dass der Anschlag echt war“

In die Lüftung des Autos des Geistlichen war eine Substanz eingebracht worden. Als er nach einer Messe in Kroatisch Geresdorf losgefahren war, verteilte sich diese über die Klimaanlage im Fahrzeug. „Dem Priester ist übel geworden. Er wurde fast ohnmächtig und konnte das Fahrzeug gerade noch anhalten“, schildert Orieschnig den Vorfall.

Die Untersuchungen  der Substanz in der kriminaltechnischen Untersuchungsanstalt sind noch im Laufen. Ersten Vermutungen der Polizei zufolge, könnte es sich um ein Mittel handeln, das gegen Wildverbiss bei Bäumen eingesetzt wird.

Ein solches Mittel ist laut Bezirkspolizeikommandant Werner Omischl zwar nicht gesundheitsgefährdend, bringe aber einen bestialischen Gestank mit sich, der das Bewusstsein beinträchtigen und in diesem Fall den Fahrzeuglenker benebeln könne. „Wir gehen davon aus, dass der Anschlag echt war“, so Omischl.

„Gab schon Grenzüberschreitungen“

„Es hat in Vergangenheit im Dekanat Großwarasdorf schon Grenzüberschreitungen verbaler und körperlicher Art gegeben“, meint Orieschnig auf die Frage ob man seitens der Diözese einen Zusammenhang zu früheren Vorfällen im Dekanat vermutet. Es sei offensichtlich, dass die Öffentlichkeit einen Zusammenhang vermute,  aus Sicht der Diözese dürften aber keine Vorverurteilungen stattfinden.

„Es hat schon in Vergangenheit grenzwertige Dinge gegeben. Zuerst wurden Geistliche im Pfarrhof eingesperrt, dann wurde vor der Kirche gerauft und dann ist man dem Pater in die Sakristei nachgelaufen, hat ihn am Gewand gezogen und angerempelt. Und jetzt kommt so ein Vorfall“, schildert Orieschnig.

Seitens der Diözese sei man sehr besorgt, dass es  Menschen gebe, die zu solchen Mitteln greifen und es sei beschämend,  wenn jemand so etwas mache. Ob es eine Anklage geben wird, sei Sache des Staatsanwalts.

Werbung