Frühmittelalter (er)leben im Archäologiedorf Unterrabnitz

Saisonauftakt

Der Verein EXORATA macht Archäologie lebendig, vor allem im Freilichtmuseum in Unterrabnitz, wo man am Wochenende ins frühmittelalterliche Leben eintauchen konnte.

Von Michaela Grabner

Toni und Benedikt präsentierten Drechselarbeiten.

Toni und Benedikt präsentierten Drechselarbeiten.

© Michaela Grabner

Das gleichmäßige metallische Hämmern von Schmied Markus vermischt sich mit den Tönen, die aus dem Rinderhorn-Schalltrichter des mittelalterlichen Dudelsacks von Wolfgang strömen. Zwischen dem Pfahlbau, dem Blockhaus und den beiden Grubenhäusern des Archäologiedorfs in Unterrabnitz - allesamt originalgetreue Nachbauten basierend auf historischen Funden aus Österreich - entspann sich am Wochenende ein Bild, wie es vor etwa 1.300 Jahren der Fall gewesen sein könnte.

Denn der Verein EXORATA - eine wie man sich selbst bezeichnet - gemischte Truppe aus Archäolog:innen, Handwerker:innen, Pädagog:innen, Heimatforscher:innen, Wissenschaftler:innen und motiviert-interessierten Menschen aus dem Burgenland und der Umgebung und Betreiber des Archäologiedorfs - lud zur Saisoneröffnung ein.

Interessierte Besucherinnen und Besucher konnten sich im Bogenschießen versuchen, bei Kreistänzen aus dem 16. Jahrhundert und einem Tanz in der Gasse mitmachen, beim Weben, Schmieden oder mittelalterlichen Kochen - Verkostung inklusive - zusehen oder am Mittelaltermarkt mit regionalen Besonderheiten stöbern. Dort fand man beispielsweise auch mittelalterlich inspirierten Lesestoff von C. Gina Riot, die unter anderem nach dem Motto „Fantasy trifft Krimi“ den abenteuerlustigen Barden Spikero in Kriminalfällen „ermitteln“ lässt, sowie „Eisenfaustmet“ aus Riedlingsdorf, die ihren Honigwein nach einem Originalrezept aus dem 11. Jahrhundert herstellen, wie Stefan verrät, der vom überzeugten Kunden zum Unternehmer wurde und „Eisenfaustmet“ übernommen hat.

Grundsätzlich will das Freilichtmuseum das Leben der bäuerlichen Bevölkerung, wie es zwischen 7. und 9. Jahrhundert gewesen sein muss, zeigen. Zur damaligen Zeit war die Gegend nur dünn besiedelt und nahezu alles, was man zum Leben brauchte, wurde selbst produziert. Ein lebendiges Bild vom frühmittelalterlichen Handwerk vermitteln auch die Workshops, die der Verein im Sommer im Archäologiedorf anbieten wird (Details siehe Infobox).

Workshops: Altes Handwerk hautnah
  • Webe dir deinen eigenen Gürtel (Fortgeschritten): 19. September von 10 bis 17 Uhr
  • Lerne die Basics des Umgangs mit dem Langen Schwert: 6. Juni von 13 bis 17 Uhr (Sportkleidung und Getränke bitte mitbringen, Teilnahme ab 18 Jahren)
  • „Lasst uns spinnen“ Spinne deine eigenen Fäden mit der Handspindel:30. Mai von 13 bis 16 Uhr
  • Baue deinen eigenen jungsteinzeitlichen Backofen für Zuhause: 29. bis 30. August von 10 bis 15 Uhr
  • Lerne die Basics des Umgangs mit dem Langen Messer: 20. Juni von 13 bis 17 Uhr (Sportkleidung und Getränke bitte mitbringen, Teilnahme ab 18 Jahren)
  • Lerne die ersten Schritte zur Herstellung von „Stretchtextilien“-Sprången:11. Juli oder 12. Juli von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr

Infos und Anmeldung unter workshop.unterrabnitz@gmx.at