Pfarrer: Behörden-Antwort zum Teil in falscher Sprache. Pfarrer Branko Kornfeind verlangte Schriftverkehr mit Behörde auf Kroatisch – und erhielt Brief mit zahlreichen Fehlern.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 25. September 2017 (06:16)
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„Ich sehe das sportlich.“ Pfarrer Branko Kornfeind pocht auf sein Recht, in Kroatisch mit Behörden zu kommunizieren.
BVZ

In Österreich gibt es neben Deutsch auch Ungarisch, Slowenisch und Burgenland-Kroatisch als offizielle Amtssprachen. Eine Tatsache, die den Dürnbacher Pfarrer Branko Kornfeind immer wieder dazu veranlasst, das geltende Recht auf die praktische Probe zu stellen.

Strafverfügung strotzt nur so von Fehlern

Als ihm nämlich von der Bezirkshauptmannschaft Oberwart eine Anonymverfügung wegen Schnellfahrens zugestellt wurde, bat er darum, den weiteren Schriftverkehr in kroatischer Sprache zu führen. Einige Monate später flatterte ihm dann neuerlich eine Strafverfügung zu, allerdings in so „schlechtem“ Kroatisch verfasst, dass sich jetzt sogar das Land, der Kroatische Kulturverein und der Volksgruppenbeirat damit beschäftigen.

Die Strafverfügung strotzt nur so von Fehlern – laut einer Dolmetscherin soll sie mehr als 60 enthalten, ein Teil des Briefes wurde sogar in Serbisch geschrieben. „Die Grammatikfehler würden mich ja nicht stören, aber eine fremde Sprache zu benutzen – nämlich Serbisch – das geht nicht, das wollte ich aufzeigen“, nimmt Pfarrer Kornfeind zum Fall Stellung.

Um die Strafe selbst gehe es ihm gar nicht, auch wenn „ich damals nicht gefahren bin, dafür gibt es Zeugen“, sondern darum, dass „die Behörde zu respektieren hat, dass es in Österreich mehrere Amtssprachen gibt. Ich habe schon mehrmals gehört: ‚Wir sind hier in Österreich, hier ist Deutsch die Amtssprache‘. Aber es gibt ein Recht auf Kroatisch.“ Aufgrund des Vorfalls will das Land jetzt Gespräche mit dem Volksgruppenbeirat führen, um Verbesserungsmöglichkeiten zu diskutieren.