Oberwart: Billa-Schließung bringt Aufstand der Senioren

Nahversorgung

Die Firma Billa will in der Steinamangerer Straße ihren Standort schließen. Den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorengartens passt das gar nicht. Eine ins Leben gerufene Petition zum Erhalt des Standorts brachte in wenigen Tagen mehrere hundert Unterschriften und die Unterstützung von Stadtchef Georg Rosner und OSG-Obmann Alfred Kollar.

Von Carina Fenz

Hans Robeischl, Bewohner im Betreuten Wohnen (m.), hat eine Petition mit Unterschriftenaktion gestartet und diese gemeinsam mit OSG-Obmann Alfred Kollar (r.) an Bürgermeister Georg Rosner (l.) übergeben. Dieser hat das Schreiben samt Unterschriften bei einem persönlichen Gespräch an die REWE Group weitergegeben.

Hans Robeischl, Bewohner im Betreuten Wohnen (m.), hat eine Petition mit Unterschriftenaktion gestartet und diese gemeinsam mit OSG-Obmann Alfred Kollar (r.) an Bürgermeister Georg Rosner (l.) übergeben. Dieser hat das Schreiben samt Unterschriften bei einem persönlichen Gespräch an die REWE Group weitergegeben.

© Stadtgemeinde

Das Unverständnis für die Schließung des Billa-Markts in der Steinamangererstraße ist groß, ebenso, wie auch die Einwände, die es dagegen gibt (die BVZ berichtete). Nachdem Stadtchef Georg Rosnerbereits seinen Unmut kundgetan hat, gab es zu Wochenbeginn ein Treffen mit Vertretern der Handelskette. Ziel des Treffens sollte es sein, in einem konstruktiven Gespräch eine Lösung für den Erhalt des Supermarkts zu finden, kündigte Rosner im Vorfeld an, der als wichtigtster Nahversorger für den benachbarten Seniorengarten gilt. Und einen ersten Achtungserfolg vermag der Ortschef auch zu vermelden: „Es freut mich, dass wir übereingekommen sind, dass nochmals alle Optionen geprüft werden. Sowohl die Stadtgemeinde als auch das Unternehmen sind interessiert daran, eine Lösung zu finden. Es wird in naher Zukunft ein weiteres Gespräch geben, vorerst wurde mir zugesagt, dass die Schließung in naher Zukunft verschoben wird“, heißt es seitens der Stadtgemeinde via Presseaussendung. Miteinher geht auch eine Bitte des Ortschefs an die Bürger, „nämlich nutzen Sie die Möglichkeit, im Zentrum der Stadt einzukaufen und unterstützen Sie damit unsere Geschäfte.“

Ins Zeug gelegt haben sich auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorengartens , allen voran Hans Robeischl, der eine Petition ins Leben gerufen hat und Unterschriften gesammelt hat, die von Stadtchef Rosner an die Rewe-Gruppe übergeben wurden.

Kritik an den Schließungsplänen kommt auch von OSG-Obmann Alfred Kollar, „denn als OSG biete man die insgesamt 72 betreuten Wohnungen auch mit dem Hinweis auf einen fußläufig erreichbaren Nahversorger an.“ „Dieser Supermarkt bringt des Bewohnerinnen und Bewohnern auch ein Stück Lebensqualität“, so Kollar, der das Schließungs-Argument der Handelskette – die große Dichte an Supermärkten – überhaupt nicht verstehen kann, „denn für diese Dichte sind sie selbst verantwortlich und da müsste man vorher den Hausverstand walten lassen.“ Außerdem sieht Kollar in den neuen Raumplanungsrichtlinien des Landes ein weiteres Gegenargument, vor allem aber ein Imageproblem für Billa, „denn die Raumplanungsrichtlinien geben vor, dass bei Neubauten Nahversorger in Zentren angesiedelt werden und das sollten alle Handelsketten ernst nehmen, auch wenn es sich im konkreten Fall um einen Altbestand handelt.“