800 Bürger auf Antikörper getestet

Antikörpertests für 10 Prozent der Einwohner. Das Ergebnis soll einen Vergleich zum Corona-Hotspot Ischgl bieten.

Erstellt am 30. April 2020 | 06:15
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7857365_owz18cari_sow_antikoerper_studie_blutab.jpg
Auch Bürgermeister Georg Rosner nahm an der Studie teil, die von Dr. Dietmar Poszvek in Kooperation mit der Uni Innsbruck durchgeführt wurde.
Foto: BVZ

Ischgl hat sich europaweit als Corona-Hotspot einen Namen gemacht und auch der Bezirk Oberwart gilt im Burgenland als der Corona-Hotspot mit den meisten Fällen (die BVZ berichtet). Die Stadt Oberwart (Daten von Corona-Infizierten aus der Stadt sind nicht bekannt) soll jetzt in einer Antikörper-Studie der Universität Innsbruck als Non-Corona-Hotspot dienen und wichtige Vergleichsdaten liefern. Dazu wurden in den vergangenen drei Tagen 800 Bürger über 18 Jahre der Stadtgemeinde (10 Prozent der Einwohnerzahl) auf Antikörper getestet.

Auf die Idee dieser Vergleichsstudie ist der in Oberwart ansässige Arzt Dietmar Poszvek gekommen, der über Kontakte in die Forschungsabteilung der Uni Innsbruck (Institut für Virologie) verfügt. „Hauptziel der Erhebung ist die Feststellung der Infektionsrate in Oberwart.

Anzeige

Damit soll die Immunantwort mit Bildung von spezifischen Antikörpern sowohl in bestätigt durchgemachten Infektionen, wie auch in eventuell nicht dem SARS-CoV-2 Virus zugeordneten leichten grippalähnlichen Infektion und ohne Symptome durchgemachte Infektionen charakterisiert werden“, erklärt Poszvek. In einfachen Worten: Die Studie dient dazu mittels Bestimmung der Antikörper-Titer aus dem Blut abzuschätzen, wie viele Bürger bereits eine (eventuell stille) Infektion durchgemacht und entsprechende Antikörper gebildet haben.

 Mitarbeiter systemerhaltender Einrichtungen getestet

 Auf Vorschlag von Poszvek wurden die Teilnehmer der Studie über die Mitarbeiter systemerhaltender Einrichtungen ausgewählt. So wurden die Mitarbeiter der Stadtgemeinde, die Mitglieder der Stadtfeuerwehr und der Feuerwehr St. Martin/Wart oder auch die Mitarbeiter des Wasserverbandes getestet. Die Teilnahme an der Studie wurde auf freiwilliger Basis angeboten. Die Testungen erfolgen mittels Blutabnahme.

Bürgermeister Georg Rosner erklärt, warum die Stadt das Projekt unterstützt: „Diese Studie kann dazu beitragen, die weiteren Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus zu planen und soll Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen ohne beziehungsweise mit leichten Symptomen erkrankt waren.“ Bürgermeister Rosner betont aber auch, dass man trotz positiver Testung auf Antikörper weiterhin an den Hygiene- und Schutzmaßnahmen festhalten muss. Auch, weil diese Antikörpertests keine absolute Sicherheit garantieren.