Pendlerbus-Unfall: Vier Schwerverletzte!

Bei Großpetersdorf (Bezirk Oberwart) im Südburgenland sind Freitag früh ein Stockautobus und ein Kranfahrzeug zusammengestoßen. Bei dem Unfall wurden vier Personen schwer und elf leicht verletzt worden, gab die Landespolizeidirektion Burgenland bekannt.

Michael Pekovics
Michael Pekovics Aktualisiert am 28. April 2017 | 16:02
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Schwerer Busunfall am Freitagmorgen auf der Bundesstraße 63 bei der Awi-Tankstelle Großpetersdorf (Bezirk Oberwart): Ein Pendler-Bus der Linie G1 krachte gegen 7 Uhr im Kreuzungsbereich der B63 mit der Landesstraße L272 mit einem Mobilkran zusammen, der gerade Richtung Rechnitz unterwegs war. Die linke Seite des Busses wurde dabei zum Teil aufgerissen.

Es gibt laut neuesten Angaben der Polizei insgesamt 15 Verletzte, vier davon schwer, elf leicht. „17 Fahrgäste haben den Unfall ohne Verletzungen überstanden“, sagte Polizei-Mediensprecherin Marion Bieler am Einsatzort.

Auch 10 bis 15 Schulkinder befanden sich im Bus

Bei den Schwerverletzten handelt es sich laut Polizei um zwei Burschen im Alter von 16 und 17 Jahren, eine 19-jährige Frau und einen 43-jährigen Mann.

Im Bus befanden sich neben einigen Pendlern auch 10 bis 15 Schulkinder. Beim Unfall wurden mehrere Personen eingeklemmt. „Wir mussten sechs Personen befreien, drei Bergescheren waren im Einsatz“, informiert Großpetersdorfs Feuerwehrkommandant Oliver Class.

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Lokalisierungskarte des Unfalls. Quelle: Feuerwehr/Pekovics
Feuerwehr/Pekovics

Direkt nach dem Unfall wurden alle Rettungskräfte der Region angefordert, insgesamt waren neun Rettungsfahrzeuge mit 32 Sanitätern und fünf Notärzten im Einsatz. Der Notarzthubschrauber Christophorus 16 flog Verletzte ins Spital nach Oberwart, die ebenfalls alarmierten Helikopter Christophorus 3 und 12 mussten wegen schlechten Wetters ihren Einsatz abbrechen.

Nur wenig später bildete sich vor dem Krankenhaus Oberwart eine Schlange von Einsatzfahrzeugen, die Verletzten werden derzeit medizinisch versorgt. Auch ein Kriseninterventionsteam wurde zur Unfallstelle gerufen. Die Feuerwehren aus Großpetersdorf, Oberwart und Jabing waren mit insgesamt zehn Fahrzeugen und 50 Mann im Einsatz.

Die Bergungs- und Aufräumarbeiten nahmen mehrere Stunden in Anspruch. Die Sperre der B63 wurde erst am frühen Nachmittag aufgehoben. Zur Ermittlung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger beigezogen. Alkotests bei den Lenkern waren negativ verlaufen. 

Erste Aussagen von Fahrgästen lassen vermuten, dass der Busfahrer, der links in Richtung Oberwart abbiegen wollte, den Kranwagen übersehen haben könnte.

Rotes Kreuz richtete Nummer für Angehörige ein

Der Kran war in Richtung Rechnitz unterwegs und hatte seine orange Kennleuchte eingeschaltet – die rechte Leuchte könnte vom Ausleger des Krans verdeckt gewesen sein. Der Bus wurde vom Kranwagen im vorderen Bereich erwischt und mehrere Meter versetzt, der Kranfahrer steht unter Schock und konnte noch nicht befragt werden, über den Busfahrer gibt es derzeit keine weiteren Informationen.

Das Rote Kreuz hat eine Nummer eingerichtet, bei der sich besorgte Angehörige melden können: Unter der Nummer 0664 3423562 werden Anfragen zu Angehörigen aufgenommen und beantwortet.

„Die Zusammenarbeit vor Ort hat bestens funktioniert“

Die Verletzten werden/wurden in den Krankenhäusern Oberwart und Güssing betreut. Die Unverletzten wurden ins Schulungszentrum Oberwart des Roten Kreuzes gebracht und von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Krisenintervention Burgenland ist auch im Krankenhaus Oberwart im Einsatz.

Hans-Peter Polzer, Leiter Rettungsdienst des Roten Kreuzes, war vor Ort und koordinierte gemeinsam mit Rotkreuz-Einsatzleiter Erwin Hanzl die Einsatzkräfte. Polzer berichtet: „Die Zusammenarbeit vor Ort hat bestens funktioniert. 50 Minuten nach der Alarmierung waren alle Verletzten abtransportiert und die Unverletzten auf dem Weg in eine Betreuungsstelle des Roten Kreuzes.“

Hier würden sich die ständigen gemeinsamen Übungen bezahlt machen, der Ablauf habe trotz widrigster Witterungsverhältnisse reibungslos funktioniert. „Ein großes Kompliment auch an das Krankenhaus Oberwart, das sehr viele Patienten gleichzeitig versorgen musste, da aufgrund der Wetterlage der Lufttransport in andere große Krankenhäuser nicht möglich war“, lobte Polzer.

Im Einsatz standen:

  •         Schnelleinsatzgruppe Oberwart des Roten Kreuzes mit 3 Anhängern
  •         32 Sanitäter/innen des Roten Kreuzes (9 RTW, 1 NEF, 1 NAW, C 16)
  •         5 Notärzte (NEF, NAW, C16, Praktischer Arzt, 1 Ärztin vom Krankenhaus OW)
  •         C16 (C3 und C12 mussten den Einsatz aufgrund des schlechten Wetters abbrechen)
  •         Einsatzleiter des Roten Kreuzes
  •         50 Feuerwehrleute (10 Autos)
  •         15 Polizisten
  •         Mehrere Kriseninterventionsteams

Daten und Fakten:

  •         32 Personen am Unfall beteiligt
  •         17 unverletzte Personen
  •         12 leicht Verletzte
  •         4 schwer Verletzte