Gemeinsam mehr für alle . Nach „Infrastrukturbewirtschaftung“ und „Gemeinsamer Einkauf“ wollen die Kommunen mehr Zusammenarbeit bei „Betriebsansiedelungen“ oder „Personalanstellung“.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 22. Juni 2017 (14:06)
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Abschied als Bürgermeister und aus der Politik. Günter Toth tritt nach 14 Jahren zurück.
 
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Ausgehend von einer Umfrage durch „südburgenland plus“ unter den 68 Mitgliedsgemeinden des südlichen Burgenlandes beleuchtet die BVZ jene Themenbereiche, in denen sich die Gemeinden mehr Zusammenarbeit wünschen. Nach den Bereichen „Infrastrukturbewirtschaftung“ und „Gemeinsamer Einkauf“ in der vorwöchigen Ausgabe sind diesmal die Themen „Betriebsansiedelung & Standortentwicklung“ sowie „Personalanstellung“ an der Reihe.

Für mehr gemeindeübergreifende Kooperationen bei Betriebsansiedelungen und Standortmarketing sprachen sich insgesamt 39 Gemeinden aus, das Thema landete auf dem dritten Prioritätsrang (siehe Grafik oben, Spalte links). An erster Stelle findet sich hier das Thema Standortmarketing (24 Gemeinden; siehe Grafik oben, Spalte rechts), ebenfalls genannt wurden Flächenauswahl und -widmung, Finanzierung und Organisation.

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Bemühungen in diese Richtung gibt es bereits, Südburgenlandmanager Werner Ungar arbeitet etwa an der Bildung von sogenannten Wirtschaftsclustern, zum Beispiel entlang der A2. Konkrete Pläne in diese Richtung gibt es aber noch nicht, eine geplante Zusammenarbeit von Wolfau und Markt Allhau in Sachen gemeinsames Gewerbegebiet scheiterte.

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Immerhin 37 befragte Gemeinden würden sich mehr Zusammenarbeit in Richtung Arbeitgeberzusammenschluss wünschen, 16 Gemeinden könnten sich etwa einen Juristen vorstellen, der für mehrere Gemeinden arbeitet, die Kosten würden sich dann aufteilen.

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„Für kleine Gemeinden macht es durchaus Sinn, darüber nachzudenken“, meint etwa Steuerberater Günter Toth (KS-Beratung), der als Experte zur jüngsten Veranstaltung eingeladen war und einen Vortrag hielt. Toth brachte dabei auch den Standesamtsverband ins Spiel: „Ein Beispiel dafür, wie man einen für die Gemeinden schwierigen Fachbereich auf der Verwaltungsebene zentralisieren kann. In Niederösterreich gibt es etwa Einhebungsverbände für Gebühren und Abgaben, in manchen Bereichen macht das sicher Sinn.“

Den Gemeinden wurden im Rahmen der von „südburgenland plus“ initiierten Umfrage sechs Kooperationsthemen vorgegeben (siehe Grafik oben, Spalte links). Die Prioritätenreihung erfolgte anschließend nach dem Schulnotensystem.