Podersdorf: Rekord mit 2.800 Startern
Triathlon
Action pur in Podersdorf: Rund 2.800 Athleten aus mehr als 40 Nationen sorgten bei der 39. Auflage des Austria Triathlon Podersdorf für einen neuen Teilnehmerrekord.
Die beiden Staatsmeister: Anna Pabinger (l.) finishte in 03:59:43 Stunden, Michael Weiss (r.) in 03:32:24 Stunden.
© Florian Rogner
Podersdorf war am Wochenende wieder fest in der Hand der Ausdauersportler – und diesmal waren es so viele wie noch nie. Rund 2.800 Athleten aus mehr als 40 Nationen waren bei der 39. Auflage des Austria Triathlon dabie – ein neuer Teilnehmerrekord. Drei Wettkampftage, Staatsmeisterschaften, eine ORF-Liveübertragung und Bewerbe von der Sprint- bis zur Langdistanz machten den Seewinkel zum Triathlon-Hotspot.
Für Organisator Daniel Döller fiel die Bilanz entsprechend positiv aus. „Das Wochenende ist wirklich hervorragend verlaufen“, sagt er. Zwar gebe es nach jeder Veranstaltung Kleinigkeiten zu verbessern, grundlegenden Nachholbedarf habe man diesmal aber kaum festgestellt. Besonders stolz ist Döller auf die eingespielte Organisation und die zahlreichen langjährigen Helfer. Trotz des Wachstums habe man zudem eines bewahren können: den familiären Charakter des Austria Triathlon.
Sportlich gehörte der Samstag den langen Distanzen. Besonderes Augenmerk lag auf der Mitteldistanz, auf der die österreichischen Staatsmeisterschaften ausgetragen wurden. Bei den Herren lieferte sich „Mr. Podersdorf“ Michael Weiss bei seinem voraussichtlich letzten Antreten am Neusiedler See ein packendes Rennen mit dem Tschechen Pavel Wohl. Weiss machte nach einem Rückstand im Schwimmen auf dem Rad viel Boden gut, musste sich im Kampf um den Gesamtsieg schließlich aber im Zielsprint Wohl geschlagen geben. Rang zwei bedeutete dennoch den Staatsmeistertitel. Vize-Staatsmeister wurde überraschend Jan Schiebl, Bronze ging an Leon Pauger.
Bei den Damen sorgte Anna Pabinger für eines der sportlichen Highlights des Wochenendes. Jacqueline Kallina nahm einen Vorsprung von knapp drei Minuten mit auf die Laufstrecke, doch Pabinger holte Meter um Meter auf. Nach 3:59:43 Stunden war nicht nur der dritte Staatsmeistertitel in Folge perfekt, sondern auch ein neuer Streckenrekord – und die prestigeträchtige Vier-Stunden-Marke geknackt.
Am Sonntag standen die kürzeren Distanzen im Mittelpunkt. Dabei durfte auch der Seewinkel über einen Heimsieg jubeln: Noah Vollmann vom LTC Seewinkel wiederholte seinen Vorjahreserfolg auf der Sprintdistanz und gewann in 1:04:42,20 Stunden. „Es ist etwas Besonderes, bei so einer großen Veranstaltung praktisch vor der eigenen Haustür zu gewinnen“, freute sich Vollmann. Über die Olympische Distanz setzte sich Markus Lukacs in 2:09:00,80 Stunden durch.
Dass Podersdorf an einem Wochenende Sprint-, Olympische, Mittel- und Langdistanz anbietet, ist für Döller ein wichtiger Teil des Konzepts. Gerade die kürzeren Bewerbe sollen Einsteigern den Weg in den Triathlonsport ermöglichen. Mehr als ein Viertel des diesjährigen Feldes war bereits zuvor in Podersdorf am Start – gleichzeitig kommen jedes Jahr neue „Rookies“ hinzu.
Nach dem Rekord ist vor dem Jubiläum. 2027 feiert der Austria Triathlon seine 40. Auflage – und Döller hat bereits die nächste Marke im Kopf: 3.000 Teilnehmer. „Es wäre natürlich ein Wahnsinn, wenn wir ausgerechnet zum 40-Jahre-Jubiläum die Marke von 3.000 Starterinnen und Startern knacken.“ Wachstum um jeden Preis soll es aber nicht geben. Döller will die sportliche Qualität und Fairness bewahren. Gleichzeitig soll die Infrastruktur weiter ausgebaut werden, für 2027 ist unter anderem eine neue Live-Tracking-App geplant. Der 39. Austria Triathlon hat die Latte dafür jedenfalls hoch gelegt. Oder wie Döller es formuliert: Wenn die Athleten glücklich nach Hause fahren, anderen von Podersdorf erzählen und im nächsten Jahr wiederkommen, „dann haben wir vieles richtig gemacht“.