Keine Spiele mehr? „Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch“. BFV-Boss Gerhard Milletich zieht in Erwägung, dass nicht mehr gespielt wird. Noch sei abzuwarten.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. März 2020 (06:19)

Stand Anfang der Woche war der gesamte Spielbetrieb des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) so wie auch bei allen anderen Landesverbänden ausgesetzt. Die Sportstätten sind geschlossen, der Trainingsbetrieb per Regierungs-Verordnung eingestellt. Die Coronavirus-Ausbreitung hat also auch den größten Sportfachverband des Burgenlands voll im Griff.

Laut System vorerst keine Spiele bis 5. April

Dabei sind, hier reicht ein Blick in das Online-System des BFV, einmal alle Partien bis zum 5. April als „abgesagt“ ausgewiesen. Die Spiele danach sind theoretisch noch regulär abzurufen, Präsident Gerhard Milletich stellt aber schon jetzt klar: „Wir gehen davon aus, dass die Zwangspause länger als die paar Wochen dauern wird. Davon sollten auch alle Beteiligten ausgehen.“ Nachsatz des Langzeit-Funktionärs: „Ich glaube auch die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir in diesem Frühjahr überhaupt nicht mehr spielen werden.“

„Ganz generell wird es wohl keine Lösung geben, mit der alle zufrieden sind. Das ist nun einmal so, wenn wir von höherer Gewalt sprechen.“BFV-Boss Gerhard Milletich

Zu dynamisch spitzte sich in der vergangenen Woche die Lage zu, als dass mit einer baldigen Entspannung zu rechnen sei. Das öffentliche Leben steht still, darum appelliert der Fußballverbands-Präsident auch: „Wenn Betriebe geschlossen werden müssen, Lokale und Einkaufszentren geschlossen werden müssen, Leute im öffentlichen Bereich eingeschränkt werden, muss ich ganz offen gestehen, dass es nicht ganz so entscheidend ist, wie die Meisterschaft beendet wird. Man sollte sich da im Fußball jetzt nicht so wichtig nehmen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen herrscht bei den Vereinen ohnehin großes Verständnis. Jeder weiß, dass hier der Fußball nicht die Priorität Nummer eins sein kann.“

Trotzdem steht bei vielen Klubvertretern eben auch die wichtigste Nebensache der Welt gerade jetzt in Krisenzeiten ganz stark im Fokus. „Wir werden auch Lösungen finden, aber das Leben muss einmal weitergehen – und es gilt Prioritäten zu setzen. Die wurden jetzt auf Bundesebene von der Bundesregierung vorgegeben. Danach werden wir uns richten und in weiterer Folge überlegen, was wir in unserem kleinen Bereich tun können und wie wir darauf reagieren.“ Klar sei nämlich ohnehin, dass der BFV laut Milletich keine Sololäufe tätigen kann und will. „Wir haben im ÖFB gemeinsam die Vorgehensweise beschlossen und werden nun auch sicher gemeinsam mit allen Landesverbänden und dem ÖFB beschließen, wie wir uns verhalten. Alles muss im österreichweiten Einklang erfolgen.“

Für ein Szenario, bei dem die Meisterschaft doch noch regulär beendet werden könnte, bräuchte es schon die Variante, dass tatsächlich bereits ab dem Osterwochenende (10. bis 12. April) wieder gespielt werden könnte. Daran glaubt derzeit aber niemand.

Rein theoretisch würde sich dann laut Milletich im Fall des Falles noch ein Normalbetrieb ausgehen. Und sonst? Alles ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation. „Es gibt ja Kriterien. Will man den Stand der Halbzeit zählen, wobei da aufgrund der unterschiedlichen Heim- und Auswärtsrechte Probleme auftauchen könnten? Will man die Meisterschaft so wie im vergangenen Sommer starten? Solche Varianten müssten allesamt einmal geprüft werden – alles zu seiner Zeit.“

Schließlich brauche es bei aller Unsicherheiten besonnene Vorgehensweisen. Auch wenn Gerhard Milletich natürlich bewusst ist: „Ganz generell wird es wohl keine Lösung geben, mit der alle zufrieden sind. Das ist nun einmal so, wenn wir von höherer Gewalt sprechen.“

Dass die Vereine derzeit nach Lösungen und Lösungsvorschlägen gieren, ist auch klar. Gerade das sei aber vorerst noch nicht möglich. „Es ist einfach wahnsinnig schwierig. Jeden Tag gibt es neue Entwicklungen. Ich traue niemandem zu, seriös sagen zu können, wie es in zwei Wochen aussieht. Daher muss man auch Verständnis dafür haben, dass wir aktuell noch nicht wissen, wie es mit dem Amateurfußball weitergehen wird.“