Herr der Winde: Bontus entschlüsselt sein Revier für Los Angeles 2028
KITESURFEN
Olympiasieger Valentin Bontus hat die Mission Olympia-Gold 2.0 gestartet. Zwei Jahre vor den Spielen in Los Angeles testet der Kitesurfer das olympische Revier in Long Beach – und die ersten Eindrücke sind durchwegs positiv. Beim Sailing Grand Slam wartet nun der erste große Härtetest.
Olympiasieger Valentin Bontus testet bereits eifrig für die Sommerspiele 2028.
© ÖOC/Gabriel Koschier
Während in den USA derzeit alles im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft steht, dreht sich in Long Beach alles um die Formula Kite. Die besten Kiter der Welt sind in die kalifornische Hafenstadt gereist, um das Revier kennenzulernen, in dem 2028 um olympische Medaillen gekämpft wird.
Mittendrin: Valentin Bontus. Der Niederösterreicher, der sich 2024 in Marseille sensationell zum Olympiasieger krönte, hat seine Mission für die Titelverteidigung längst gestartet. „Von der Fußball-Weltmeisterschaft bekommt man hier relativ wenig mit. Für uns sind die Anstoßzeiten mit 13 Uhr aber ohnehin ungünstig, weil wir da meistens am Wasser sind“, erzählt Bontus mit einem Lachen.
Der Grund: Der Wind kommt in Long Beach meist erst ab Mittag richtig auf. „Wir hatten bis dato nie das Problem, dass zu wenig Wind war“, zieht der 25-Jährige eine positive Zwischenbilanz nach sieben Trainingstagen.
Ganz ohne Herausforderungen ist das Olympia-Revier aber nicht. Besonders die vier Ölbohrinseln in der Bucht könnten Einfluss auf die Windströmungen und damit auf die schnellste Linie haben. „Das wird ein Punkt sein, den wir austüfteln müssen. Unsere Meteorologin war mit dabei und hat viele Daten gesammelt“, erklärt Bontus.
Neben der Reviererkundung wird auch am Material gefeilt. Schirme, Foil-Schliff – vergleichbar mit dem Ski-Wachs im alpinen Rennsport – und sogar die Ernährung stehen auf dem Prüfstand.
Der ÖOC-Ausstatter Peeroton unterstützt den Olympiasieger mit Riegeln, Gels und Vitamin-Drinks, damit am Tag X auch die Energieversorgung und Regeneration optimal funktionieren.
Eine wichtige Rolle spielt zudem die Zusammenarbeit mit dem US-Amerikaner Noah Runciman. Durch die Trainingsgemeinschaft mit dem Lokalmatador profitiert Bontus von zusätzlichem Wissen über das Revier. „Durch Noah ist vieles einfacher – von der Logistik über die Infrastruktur bis zu den Kontakten vor Ort. Der Austausch mit ihm und seinem Trainer gibt uns zusätzliche Einblicke, die wir sonst vielleicht nicht hätten. Das ist ein riesengroßer Vorteil.“
Nun wartet mit der Long Beach Olympic Classes Regatta (13. bis 16. Juli) der erste große Vergleich im Olympia-Revier. Fast die gesamte Weltelite ist am Start – darunter auch das komplette Olympia-Podium von Marseille 2024.
„Oberstes Ziel ist es, so viele Schlüsse wie möglich zu ziehen – und natürlich will ich ganz vorne mitfahren“, gibt Bontus die Marschrichtung vor. Zunächst gehe es darum, die Medal Series zu erreichen. „Dort kann dann alles passieren.“
Trotz des näher rückenden Großereignisses lässt sich Bontus nicht stressen. Vielmehr genießt er die Reise. „Ich sauge diese Momente auf, habe jetzt schon viele mega-coole Eindrücke gesammelt und genieße es, dass ich diese Reise noch einmal erleben darf.“
Nach der Regatta geht es für den Olympiasieger deshalb nicht direkt zurück nach Europa. Mit einem Kia EV9 startet Bontus einen Roadtrip von Long Beach nach San Francisco – vorbei an Downtown Los Angeles, Venice Beach, Santa Monica, Malibu und Big Sur.