Mattersburg

Erstellt am 24. Mai 2017, 06:35

von Bernhard Fenz

Aufstieg? Nein danke. Nur die Mattersburg Amateure könnten über die Relegation rauf. Den fixen Aufstiegsplatz will (wieder) kein Klub.

Symbolbild  |  BVZ, Bernhard Fenz

Seit Montag steht es fest: Das Burgenland stellt keinen Fixaufsteiger in die Regionalliga Ost ( wir berichteten am Montag ). Was freilich noch nicht heißt, dass es gar keinen Aufsteiger geben muss. Denn außen vor zu sehen sind hier die Amateure des SV Mattersburg. Sie sind am besten Weg Richtung Meistertitel und auch willens aufzusteigen.

Allerdings müssen sie erst aufgrund der Beschränkung an Amateurteams in der Ostliga Relegation gegen die dort am schlechtesten platzierten Amateure spielen. Das sind (die St. Pölten Juniors sind so gut wie fix abgestiegen und fallen weg) dann die Admira Juniors. Das mögliche Hin- und Rückspiel ist mit 14. und 17. Juni bereits terminisiert.

Unabhängig der SVM Amateure (diese würden ja im Fall des Falles nur den Ostliga-Platz mit Admira tauschen) hat das Burgenland aber einen Fixaufstiegsplatz. Dieser ist dem besten Nichtamateurteam vorbehalten – allerdings haben sämtliche potenzielle Kandidaten (Draßburg, Klingenbach, Neuberg, Stegersbach) schriftlich abgewunken.

Tenor der Klubs: Einerseits sei die Organisation eines eigenständigen 1b-Teams (das dann regulär im burgenländischen Unterhaus Meisterschaft spielt) zu aufwendig, andererseits sei der finanzielle Aspekt schlagend. Beispiel Draßburg, das als Dritter mit 53 Punkten in der Aufstiegs-Pole Position gelegen ist. Präsident Christian Illedits: „Wir haben viele ausgeliehene Spieler aus der Fußballakademie im Kader. Für sie ist aufgrund der seit 1. Mai geltenden Ausbildungsentschädigung neu aber nun einiges an Geld fällig, das war davor nicht der Fall.“

„Als Meister wären wir schon aufgestiegen“

Besagte neue Kostenstelle sowie die Zusatzkosten für die Regionalliga seien dem Klubboss dann doch „zu riskant“. Ob Draßburg im Falle des Meistertitels auch abgewunken hätte? „Nein, mit der sportlichen Qualifikation eines Meistertitels hätten wir das riskiert und wären schon aufgestiegen – so aber nicht.“

BFV-Präsident Gerhard Milletich sagte: „Ich habe schon damit gerechnet, dass eines der Spitzenteams aufsteigen wird, darum geht es ja auch im sportlichen Wettbewerb. Schade, ganz verstehe ich es auch nicht, aber das ist zu akzeptieren.“ Ein Imageverlust für das Burgenland sei die zweite Saison in Folge ohne Aufsteiger (im Vorjahr verzichtete Meister Eberau) schon, aber man „sollte es trotzdem nicht überbewerten“.

Die Aufstiegslösung des Burgenland-Dilemmas gibt es übrigens schon. Niederösterreich und Wien springen ein: Die Zweiten der Landesliga/NÖ und der Wiener Stadtliga werden sich im Zuge einer Relegation den frei gewordenen burgenländischen Aufstiegsplatz untereinander ausmachen.

Aufgrund Relegation: Platz 14 Schleudersitz

Apropos Relegation: Sollten die Mattersburg Amateure das Aufstiegsduell verlieren, gibt es in der BVZ Burgenlandliga vier Absteiger. Das bestätigte BFV-Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt bereits.

Hintergrund: Die BVZ Burgenlandliga soll plangemäß eine Grundzahl von 16 Vereinen erreichen, maximal vier Teams darf es als Absteiger geben. Demnach säße Meister Eberau derzeit als 14. am Schleudersitz – nur wenn die SVM Amas über die Relegation aufsteigen, müssen lediglich drei Vereine in die 2. Ligen runter.