Austrian Open: Jacobs-Show, Weißhaidinger-Sieg und Bahngeh-Sternstunde

RAIFFEISEN AUSTRIAN OPEN

Wind, Regen und Gewitter sowie ein durcheinandergewirbelter Zeitplan konnten die Raiffeisen Austrian Open in Eisenstadt nicht stoppen. Trotz schwieriger Bedingungen lieferten die internationalen Stars und Österreichs Aushängeschilder ein Leichtathletik-Spektakel mit Weltklasseleistungen und Rekorden.

Von Von BVZ Redaktion

Austrian Open: Jacobs-Show, Weißhaidinger-Sieg und Bahngeh-Sternstunde

© Thomas Werchota

Was nach tagelanger Hitze als großes Leichtathletik-Fest geplant war, entwickelte sich am Ende zu einem wettertechnischen Härtetest. Gewittrige Regenschauer und teils heftiger Wind sorgten für Verzögerungen und schwierige Bedingungen auf der Bahn und in den technischen Bewerben. Die Leistungen auf der schnellen Bahn in Eisenstadt litten dennoch kaum.

Der Olympiasieger von Tokio, Marcell Jacobs, setzte im 100-Meter-Finale das sportliche Ausrufezeichen. Der Italiener gewann souverän in 9,67 Sekunden, allerdings bei starkem Rückenwind von +4,1 m/s, wodurch die Zeit nicht in die Bestenlisten eingeht. „Ich bin sehr glücklich. Jedes Rennen ist eine Entwicklung. Ich bin froh, dass die Zeit passt, die Bahn ist sehr gut“, sagte Jacobs nach seinem ersten Start in Eisenstadt. Trotz der schwierigen Bedingungen zeigte der Sprintstar seine Ausnahmeklasse und bestätigte die enorme Qualität des Starterfeldes.

Für einen packenden Höhepunkt sorgte der Stabhochsprung. Ernesto Obiena, WM-Silbermedaillengewinner und Olympia-Vierter, setzte sich erst im letzten Versuch durch. Mit übersprungenen 5,65 Metern sicherte sich der Philippiner den Sieg in einem engen Duell und unterstrich einmal mehr seine Zugehörigkeit zur absoluten Weltelite.

Ein vertrautes Bild bot sich im Diskuswurf: Lukas Weißhaidinger gewann erneut und fixierte seinen Erfolg mit starken 66,11 Metern aus dem zweiten Versuch. Diese Marke blieb die Tagesbestweite. „Eisenstadt ist etwas ganz Besonderes. Da sind immer Topweiten drin“, erklärte der Oberösterreicher. „Es war richtig schwer zu werfen, es gab nur ein schmales Fenster, wo der Diskus reinfliegen musste. Ich freue mich aber über die 66er Marke.“

Im 110-Meter-Hürdenlauf der Männer setzte sich der Südafrikaner Antonio Alkana in 13,15 Sekunden knapp durch. Dahinter sorgte Österreichs Hürdenshootingstar Enzo Diessl für ein starkes Resultat und wurde in 13,20 Sekunden Zweiter. Diessl zeigte sich trotz verpasstem Sieg zufrieden: „Sehr gutes Rennen, aber es war viel Rückenwind. Ich hätte gerne gewonnen, aber ich darf zufrieden sein.“

Ein historischer Moment gelang im Bahngehen über die Meile. Die Ukrainerin Ludmilla Olyanovska verbesserte die fast 25 Jahre alte Weltbestleistung auf 6:10,09 Minuten. Für die größte österreichische Geschichte sorgte jedoch Theresia Emma Mohr. Die 20-jährige Vorarlbergerin belegte Rang zwei und stellte mit 6:21,85 Minuten eine neue U23-Weltbestleistung auf.

Über 100 Meter Hürden der Frauen setzte sich Megan Simmonds aus Jamaika durch. Trotz schwieriger Windbedingungen holte sie sich den Sieg. „Ich bin froh, hier in Eisenstadt zu sein und freue mich sehr über den Sieg. Es war nicht einfach, es war sehr windig“, sagte sie. Iman Roka wurde Sechste und zeigte sich zufrieden mit ihrer Saisonkonstanz: „Ich bin die ganze Saison sehr konstant gewesen und darüber auch froh.“

Für einen weiteren österreichischen Höhepunkt sorgte Magdalena Lindner über 100 Meter. Die Österreicherin gewann ihr Rennen und feierte damit ihren ersten Sieg auf der World Continental Tour Silver Ebene. „Ich habe mir vorgenommen, mein bestes Rennen auf die Bahn zu bringen – das ist mir zweimal gelungen. Ich bin noch nie so schnell gelaufen wie heute“, so Lindner.

Für einen weiteren österreichischen Höhepunkt sorgte Magdalena Lindner über 100 Meter. Die Österreicherin gewann ihr Rennen und feierte damit ihren ersten Sieg auf der World Continental Tour Silver Ebene. „Ich habe mir vorgenommen, mein bestes Rennen auf die Bahn zu bringen – das ist mir zweimal gelungen. Ich bin noch nie so schnell gelaufen wie heute“, so Lindner.

Im 100-Meter-Finale der Männer belegte Markus Fuchs Rang sechs und zeigte eine seiner besten Saisonleistungen. „Extrem cool einzuordnen. Hat sich super angefühlt. Schnellste Zeit seit Ewigkeiten. Ein Traumtagerl“, sagte Fuchs, der nun die EM-A-Qualifikation für Birmingham anpeilt.

Die Stimmung in der Leichtathletik-Arena trug trotz schwieriger Bedingungen wesentlich zur besonderen Atmosphäre bei. Für das Veranstalterteam rund um Meeting-Direktor Rolf Meixner war das Meeting ein voller Erfolg. „Es war ein wunderbarer Tag mit vielen herausragenden Leistungen und tollen Sportlern“, zog Meixner zufrieden Bilanz. Trotz extremen Wetter und Unterbrechungen boten die Raiffeisen Austrian Open ein Meeting auf höchstem Niveau. Internationale Stars, starke österreichische Leistungen und jede Menge Emotionen. Eisenstadt war wieder einmal Zentrum der österreichischen Leichtathletik.