„Landessportzentrum Neu“ soll bis Frühjahr 2031 fertiggestellt sein

Sportstrategie Status quo

Das Sportland Burgenland wird im Zuge seiner Infrastruktur-Offensive diverse Projekte über das ganze Land verbreitet realisieren. Das Leuchtturmprojekt schlechthin soll aber das neue Landessportzentrum am Standort Mattersburg werden. Wenn der Prozess wie geplant weiterläuft, soll im Herbst 2028 mit dem Bau begonnen werden.

Von Von Bernhard Fenz

Sportlandesrat Heinrich Dorner (l.) mit Toni Beretzki, Geschäftsführer der Sport Burgenland GmbH und Initiator der Sportstrategie Burgenland. Burgenlands Landkarte ist mittlerweile mit zahlreichen Sportprojekten gespickt.

Sportlandesrat Heinrich Dorner (l.) mit Toni Beretzki, Geschäftsführer der Sport Burgenland GmbH und Initiator der Sportstrategie Burgenland. Burgenlands Landkarte ist mittlerweile mit zahlreichen Sportprojekten gespickt.

© Bernhard Fenz

„Es gab ja schon Stimmen, die besagten, dass das Landessportzentrum in Mattersburg eh nicht realisiert wird“, verriet Sportlandesrat Heinrich Dorner am Freitagvormittag. Die Botschaft, die Dorner an der Seite von Toni Beretzki aber präsentierte, war eindeutig: Ja, das neue Landessportzentrum kommt.

Ursprünglich war kommuniziert, dass am Gelände der aktuellen Fußballakademie Burgenland in Mattersburg das Landessportzentrum Nord entstehen soll. Das „Nord“ wurde mittlerweile aus dem Terminus dafür entfernt, vielmehr wird es ein „Landessportzentrum Neu“ oder einfach das Landessportzentrum. Es soll, wie die Verantwortlichen klarstellten, der infrastrukturelle Höhepunkt verschiedenster Maßnahmen sein, die im Zuge der Sportstrategie umgesetzt wurden und werden.

Dorner skizzierte hier die unterschiedlichen Eckpfeiler. So stehe das Hallenbad in Neusiedl/See vor der Wiedereröffnung 2027, weitere wichtige Aspekte der Sportstrategie sind das Bundesleistungszentrum der Segler in Neusiedl/See sowie die Leichtathletikarena in Eisenstadt. In Oberpullendorf hat sich die Thiem Academy Burgenland inklusive neu errichtetem Centre Court etabliert, stolz zeigte sich Dorner auch über die die Sanierung des Hallenbads in Pinkafeld inklusive einer Projekterweiterung durch Fitness, Klettern, Eissport und Tennis sowie über die Sanierung des Aktivparks in Güssing. Hier soll der Sporttourismus in Form von Sportcamps ins Laufen kommen, im Zeitraum März/April 2027 ist die Eröffnung geplant.

Hinzukommen laut Dorner die gewachsene Struktur des Bundesleistungszentrums für Rollsport in Stegersbach, oder auch die finanziell unterstützte Mehrzweckhalle in Jennersdorf, in deren Zuge Volleyball und Judo wesentliche Faktoren sind und die über kurz oder lang gebaut werden soll.

Das Leuchtturmprojekt schlechthin wird aber das „Landessportzentrum Neu“ am Standort Mattersburg. Das derzeitige VIVA-Landessportzentrum in Steinbrunn wird demnach langfristig nicht weitergeführt, sämtliche Einrichtungen und angesiedelte Verbände und Sportarten sollen aber nach Mattersburg transferiert werden - etwa das Trainingszentrum des Österreichischen Volleyballverbands, das aktuell in Steinbrunn beheimatet ist. Aber auch Sportarten wie Ringen, Turnen und Klettern - nur um Beispiele zu nennen - werden nach dem Umzug einen festen Platz haben.

Welche Sportarten genau im Landessportzentrum Neu allesamt zu finden sein werden, sei Teil des Prozesses und wollten die Verantwortlichen noch nicht im Detail preisgeben. Fakt ist: Es soll ein polysportives Angebot für die Spitze und die Breite geben. Beretzki: „Wir wollen für die burgenländische Sportszene ein Kompetenzzentrum schaffen, wollen hier aber auch über die Landesgrenzen hinwegblicken und streben zudem auch internationale Kooperationen an. Die bislang erhobenen Nutzerpotenziale geben Anlass zur Hoffnung, dass sich viele Verbände hier künftig ansiedeln werden - zumal es sich hier ja um einen polysportiven Campus handelt, der entstehen wird. Hier wird man sich auch gegenseitig ergänzen können.“

Was die Fachverbände betrifft, so sind die Gespräche mit dem Burgenländischen Fußballverband (BFV) schon fortgeschritten, wie Dorner berichtete. „Ich will einem Verband hier nicht vorgreifen, da wird es sicher noch intern Gespräche und Beschlüsse brauchen, aber die gesendeten Signale und die bislang geführten Gespräche sind außerordentlich positiv.“ Aktuell ist die BFV-Zentrale am Hotterweg in Eisenstadt.

Aber auch für die Dachverbände soll das Landessportzentrum Neu eine Schaltzentrale sein. Dass alle drei rot-goldenen Dachverbände tatsächlich am Standort Mattersburg beheimatet sein werden, ist freilich unwahrscheinlich bis ausgeschlossen. Die ASKÖ Burgenland werde noch vor dem kompletten Neubau ihren Standort wechseln, weil es laut Dorner infrastrukturell „schon Möglichkeiten im Bestand der Fußballakademie gibt“.

Die SPORTUNION Burgenland hat die Landesstelle in Eisenstadt erst vor kurzem saniert, auch beim ASVÖ Burgenland ist die Zentrale in Eisenstadt im Eigentum und der Wille zu einem Wechsel nicht klar ausgesprochen. Dorner: „Für mich ist es nachvollziehbar, dass nicht alle drei Dachverbände wechseln werden. Aber wir wollen hier im konstruktivsten Sinne Synergien nutzen und eine Zusammenarbeit mit allen forcieren.“ Passend dazu soll es sich hier schließlich um ein „Haus des Sports“ handeln.

Man wolle sich seitens der für die Umsetzung der Sportstrategie verantwortlichen Sport Burgenland GmbH nach Abschluss der infrastrukturellen Projekte zudem vermehrt der Funktion als Dienstleister für die burgenländische Bevölkerung widmen. Schulsport, Vereinsbreitensport, Bewegungsinitiativen - all das stehe auf der Agenda. „Sport kostet Geld, aber bringt sehr viel für die Gesundheit“, stellte Toni Beretzki in diesem Zusammenhang klar.

Wie viel Geld das Millionen-Projekt Landessportzentrum Neu tatsächlich kosten wird, das wollten die Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kundtun. Dorner: „Ich bitte hier um Verständnis, aber wir werden das nach Abschluss der Entwurfplanung offiziell bekanntgeben. Wir befinden uns in allen Projekten im zuletzt beschlossenen Kostenrahmen. Wo man am Ende landet, wird nach einer abgeschlossenen Entwurfplanung klar sein - ich will dem nicht vorgreifen. Jetzt kann es noch zu Verschiebungen kommen.“ Auch bei der Vorstellungskraft muss die Sportöffentlichkeit noch Fantasie haben, ein visueller Entwurf des Landessportzentrums Neu wurde noch nicht präsentiert.

Fest steht aber der Zeitplan: Abgeschlossen ist die Vorentwurfsplanung, bis Jahresende soll die Entwurfsplanung fertig sein. Im ersten Halbjahr 2027 steht die Einreichplanung auf der Agenda, die Ausschreibung ist für Anfang 2028 geplant und der Baubeginn für das vierte Quartal 2028.

Tatsächlich fertiggestellt soll das Landessportzentrum Neu dann im Frühjahr 2031 werden.

Von der Größe und Dimensionierung her wird der besagten Ausbau am gesamten Einfahrtsareal der Fußballakademie Burgenland erfolgen, hier wird auch ein Hotel für die Nächtigungen entstehen. Verbände und Vereine können sich einmieten, auch über die Nächtigungen soll es auf der wirtschaftlichen Einnahmenseite her entsprechende Erträge geben. Beretzki: „Nach einer internationalen Trainerkarriere traue ich mich behaupten, dass die Dimensionierung des Landessportzentrums Neu wirklich großartig ist. Es wurde hier ein polysportiver Sportcampus entworfen, der polysportiv ist und über diverse Hallenkomplexe verfügt. Auf multifunktionalen Ebenen soll man sich auch mit zahlreichen unterschiedlichen Sportarten ergänzen können.“

Das Herzstück soll dabei der besagte Hallenkomplex sein, „begleitet von verschiedenen Funktionsflächen, wie Kraft, Therapie und Diagnostik“, so Beretzki. Ganz gleich ob Spitzensport oder Nachwuchs - die Bandbreite soll groß sein. Nachsatz: „Auch die Funktionärs-, Trainer- und Betreuerebene wird sich hier wiederfinden für die verschiedensten Tätigkeiten. Man muss den Campus nicht verlassen, um sich innerhalb der unterschiedlichen sportlichen Disziplinen bewegen zu können.“ Vor allem die Diagnostik stellt für Beretzki einen wichtigen Mehrwert dar: „Wir wollen nicht nur auf Ebene des Spitzensports hier Angebote schaffen. Heimischen Vereinen, Schulen, oder dem Breiten- und Nachwuchssport soll hier eine Ebene geboten werden, wo es auch diagnostische Möglichkeiten gibt.“

Weitere Details zum Landessportzentrum Neu sollen Ende des Jahres präsentiert werden. Bis dahin steht für Heinrich Dorner vor allem eine zentrale Botschaft im Raum: „Das Landessportzentrum wird umgesetzt. Es ist ein Projekt, das eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb werden wir dann nach dem nächsten Schritt wieder informieren.“