Burgenlandliga-Schmankerl: Abschiede, Aufstiege und Neuanfänge

STREIFZUG DURCH 16 KLUBS

Von emotionalen Abschieden über Meisterfeiern bis hin zu ersten Weichenstellungen für die neue Saison: Im burgenländischen Fußball tut sich zum Saisonende noch einmal einiges. Trainerentscheidungen sind offen, Rückkehrer sorgen für Verstärkungen, Youngsters nutzen ihre Chancen und auch abseits des Rasens wird gefeiert.

Von Von BVZ Redaktion

Leere Hände. Mark Varga und Edelserpentin warten jetzt schon sechs Spiele lang auf einen Sieg.

Leere Hände. Mark Varga und Edelserpentin warten jetzt schon sechs Spiele lang auf einen Sieg.

© Martin Ivansich

Horitschon.In Horitschon ist die Trainerfrage in jüngster Vergangenheit das Amen im Gebet. Vor wenigen Wochen war die Devise des Klubs klar: Luca Wirtitsch würde auch nächste Saison als Cheftrainer der Horitschoner an der Seitenlinie stehen - unabhängig von der Spielklasse. Eine schriftliche Einigung hat es allerdings noch nicht gegeben, wenngleich man laut Sportlichen Leiter Lukas Poglitsch „mündlich vorab alles geklärt hat und sich gut auf nächste Saison annähert“. Das hängt aber nicht nur von der Klubebene ab. Immerhin hat Wirtitsch trotz seines jungen Alters und wenig Erfahrung gewisse Prinzipien. „Wenn ich weitermache, dann nicht so wie in dieser Saison. Das tue ich mir nicht mehr an. Es muss dann schon in beiden Ligen was anderes als Abstiegskampf sein“, verrät er hinsichtlich seiner Zukunft, die endgültig wohl erst nach dem letzten Spiel geklärt sein wird. Die Vorzeichen würden aber auf eine weitere Zusammenarbeit stehen.

Oberpullendorf.Mit dem Unentschieden der Mattersburger Reservemannschaft in Sankt Margarethen am Freitagabend fixierte die Oberpullendorfer U23 den Meistertitel. Dementsprechend stand am Samstagnachmittag fest, dass der Vorsprung von vier Punkten nicht mehr aufgeholt werden kann. Damit krönte man sich in der Premieren-Saison in der Burgenlandliga gleich zum Champion. Die zweite Garde erzielte bis dato satte 101 Tore (die zweitmeisten hinter Klingenbach mit 104) und kassierte nur 29 (die drittmeisten hinter Mattersburg mit 24 und Sankt Margarethen mit 25). Routinier Pavol Kovac ist außerden mit 17 Treffern der Führende der Torschützenliste.

Deutschkreutz.Aron Nemeth spielte in Deutschkreutz nur zu Beginn der Rückrunde eine Rolle. Den 30-Jährigen zieht es nach einem halben Jahr aber schon wieder weiter. Einem erfahrenen ungarischen Mittelfeldmann wird man in Deutschkreutz ab kommender Spielzeit aber dennoch auf die Beine schauen können. Gabor Nagy ist ein Heimkehrer. Der 28-Jährige, der primär im defensiven Mittelfeld daheim ist, aber auch in der Viererkette jede Position bekleiden kann, kehrt nach zwei Jahren beim SC Neudörfl zurück. Dort reifte er unter seinem jetzigen Coach Mike Hartl, der in Neudörfl Co-Trainer unter Ex-FCBD-Cheftrainer Peter Benes war, zu einem absoluten Führungsspieler. Jetzt kommt es zur Wiedervereinigung. Hartl: „Ich freue mich nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch aus menschlicher, ihn als Cheftrainer begrüßen zu dürfen. Ich denke, dass er unseren Zusammenhalt stärkenwird und uns defensiv noch um einiges stabiler machen wird.“ Nagy verbrachte vor seiner Zeit bei Neudörfl drei Jahre in der Grenzgemeinde.

Neudorf/Parndorf Juniors. Mehr als 700 Zuschauer kamen am Freitag in den Sportpark. Das freute den Kassier, aber das Ergebnis erfreute nicht die Fans der Siegendorfer. Zwar hätte man auch mit einem Sieg den Klassenerhalt noch nicht fixiert gehabt. Das galt aber für einen Zuschauer. Neudorf-Trainer Christoph Tischler schaute mit seinem Co-Lukas Gorgosilich live zu, und beide durften danach feiern. Denn das Remis zwischen Siegendorf und Horitschon bedeutete den sicheren Klassenerhalt für seine Mannschaft. Die bestätigte diesem aber am Samstag auch sportlich mit dem Sieg gegen Oberpullendorf.

Leithaprodersdorf. Am Freitag wird gegen Neudorf gespielt, danach wird gefeiert. In Leithaprodersdorf steht im Rahmen der Feierlichkeiten zum 80-Jahres-Jubiläum des Feierns das Wiesnfest auf dem Programm. Schon am Mittwoch gastierten die Wrestler auf dem Sportplatz. Am Samstag findet dann ab 14 Uhr das Vereins- und Jahrgangsturnier für Hobbymannschaften statt, ab 20 Uhr beginnt dann die Trachtenparty mit „Die Krochledern". Sonntag endet das Fest mit dem Frühschoppen und der Tombola.

St. Margarethen. Wenn es so etwas wie einen Fußballgott gibt, dann hat er am Freitag auf das Greabochstadion geschaut. Der Abend stand im Zeichen des Abschieds. Martin Weixelbaum gönnt sich mit 27 Jahren eine Auszeit. Der Kapitän und Mittelfeldspieler ist nicht als Torjäger bekannt. Aber gegen Mattersburg zog er nach einem Doppelpass ab und erzielte die Führung gegen den Meister. Der Vereinsstatistiker präsentierte zum Abschied die Zahlen zum Eigenbauspieler, der im März 2016 sein Debüt in der Burgenlandliga gegeben hat. Nach „elf Saisonen mit 238 (mit Cup 254) Spielen, 18.134 Einsatzminuten und 14 Toren beendet „Weixi“ als Kapitän seine Spielerkarriere beim Sportverein WAHA St. Margarethen." In der Reserve bestritt Christian Payer (Jahrgang 1977) sein letztes Spiel.

Klingenbach. Seit Mario Hartmann gegen Eberau eingewechselt wurde, ist er aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Der 27-Jährige ist zur Allzweckwaffe für Trainer Thomas Klemenschitz, der mit ihm vor der dreieinhalbjährigen Verletzungspause noch auf dem Feld gestanden ist. In St. Margarethen spielte der Klingenbacher auf dem linken Flügel, gegen Edelserpentin ersetzte er Franz Jagschitz als Linksverteidiger. In Jennersdorf spielte er statt des gesperrten Lucas Kroyer Rechtsverteidiger. „Er macht keine Fehler. So etwas brauchen wir in unserer Situation“, sagt Klemenschitz. Hartmanns Bilanz bei seinen drei Spielen in der Startelf: Niederlage, Sieg und Unentschieden.

Siegendorf. Mehr als 700 Zuschauer kamen zum letzten Heimspiel in den Sportpark. Der Platzsprecher freute sich in 15 Heimspielen über insgesamt rund 6000 Zuschauer, was ungefähr 400 im Schnitt pro Spiel bedeutet. Im Frühjahr gab es bei vier Siegen und vier Remis keine Heimniederlage, im Herbst gab es daheim nur einen Sieg, zwei Remis und vier Niederlagen. Mit wahrscheinlich mehr als 10.000 Zuschauern und einem Schnitt von nicht ganz 700 ist Meister Mattersburg der Zuschauermagnet der Liga. Auf Platz zwei folgt St. Margarethen trotz der verpatzten Frühjahrssaison mit mehr als 400 Zuschauern. Siegendorf liegt als Dritter noch vor Leithaprodersdorf und Kohfidisch.

Eberau.Beim 3:0 von Eberau in Deutschkreutz glänzte ein Startelf-Debütant: Manolis Heindl (21) nutzte seine Chance und traf beim Auswärtssieg doppelt. Beide Treffer waren sehenswert: Beim 1:0 traf Heindl genau in den Winkel, das 2:0 war ein Schlenzer ins lange Eck.

Kohfidisch. Kohfidisch hat die 30-Punkte-Marke vor Heimpublikum geknackt. Gegen Leithaprodersdorf feierte man den neunten Heimsieg der laufenden Saison, nur der MSV holte zuhause bisher mehr Punkte.

Edelserpentin.Im Saisonfinish kämpft die SpG Edelserpentin. Bereits seit sechs Spielen ist die Mannschaft von Trainer Michael Horvath sieglos. Den einzigen Punkt in den letzten Wochen gab es zuhause beim 1:1 gegen Eberau.

Jennersdorf.Die Saison ist für Absteiger Jennersdorf schon lange gelaufen, vor Heimpublikum verabschiedete man sich aber noch einmal würdig. Trotz zahlreicher Ausfälle knöpfte man Klingenbach ein 2:2-Remis ab.

Halbturn. Coach Peter Herglotz war auf seine Mannschaft nach dem 2:1-Sieg gegen Oberpullendorf stolz. Vor allem auch deswegen, weil drei Youngsters im Einsatz waren. Im Tor bekam Stefan Peck (19) erstmals seine Chance und vertrat die Nummer eins Rene Summer mit Bravour. Für den 18-jährigen Jan Schneider war es bereits die 83. Partie für den USV, aber erstmals mit der Kapitänsschleife um den Oberarm. Und zu guter Letzt war auch Sebastian Bruck (17) in Action und lieferte im Mittelfeld eine starke Partie ab.

SK Pama. Mit dem 2:0-Sieg gegen Edelserpentin hat der SK Pama ein weiteres Saisonziel erreicht. „Wir haben uns für den BFV-Cup qualifiziert“, zeigte sich Sektionsleiter-Stellvertreter und Kapitän David Pototschnig glücklich.

MSV 2020. Der Mattersburger SV bestreitet am Samstag um 16 Uhr sein letztes Heimspiel der Saison gegen das Schlusslicht SV Jennersdorf. Und das wird emotional: Routinier Lukas Grimmer beendet seine Karriere und wird ebenso verabschiedet wie weitere Spieler. Direkt nach dem Spiel erhält der MSV den Meisterpokal. Sportlich will der MSV seine Heimserie (seit Herbst 2024 ungeschlagen) fortsetzen. Trainer Kühbauer: „Wir wollen daheim immer gewinnen und uns ordentlich von unseren Fans verabschieden.“

Bad Sauerbrunn. Der Kader des SC Bad Sauerbrunn für die kommende Saison nimmt Formen an – einige Veränderungen stehen bereits fest. Mario Cerny verlässt den Klub, Raphael Pohl dürfte es aller Voraussicht nach zum TSV Hartberg ziehen. Hinter einem Verbleib von Abwehrchef Thomas Piermayr steht weiterhin ein Fragezeichen. Reagiert wird bereits: Mit David Gallei (Traiskirchen) holt Bad Sauerbrunn einen Stürmer mit acht Regionalliga-Toren, zudem kommt Innenverteidiger Andreas Spadt vom Ligakonkurrenten Neudorf.