Rapid & LASK warten: Mattersburg und seine Feuerproben. Franz Ponweisers Team will auf Zug bleiben. Das soll ausgerechnet bei Rapid und gegen den LASK gelingen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 26. Februar 2020 (06:25)
Richtung Rapid und LASK. Auf den SVM und Trainer Franz Ponweiser warten nun zwei schwere Aufgaben – erst auswärts gegen Rapid, dann daheim gegen den LASK.
Ivansich

Über zu wenig Herausforderung für die verbleibenden zwei Runden des Grunddurchgangs wird sich beim SV Mattersburg wohl niemand beschweren. Im Gegenteil: Auf die Burgenländer warten gleich zwei Feuerproben am Stück. Am Sonntag geht es um 17 Uhr im Allianz-Stadion gegen Rapid Wien zur Sache, am Samstag darauf (7. März) empfangen die Burgenländer Tabellenführer LASK. Für Trainer Franz Ponweiser durchaus schöne Hürden, erst richtet sich der Blick aber einmal auf Rapid: „Seit Wochen tanken die Spieler schon Selbstvertrauen. Wieso sollen wir uns da jetzt in Wien nicht etwas zutrauen?“

Zwei Ausfälle und auch vier Gefährdete

Auch wenn jener Akteur, der in dieser Saison die personifizierte Torgefahr im grün-weißen Trikot verkörperte, fehlt. Andi Gruber unterzog sich am Montag in Graz am eingerissenen Meniskus einem operativen Eingriff und wird nach einer Bänderverletzung, die ihn vor der Winterpause empfindlich bremste, nun wieder einige Wochen zuschauen müssen. Sein Riecher brachte ihm bislang neun Saisontreffer ein. Bei Sturm stand der 2:1-Sieg nicht nur im Zeichen seines Doppelpacks, sondern auch seines verletzungsbedingten Ausfalls.

Am Samstag erwischte es gegen Altach mit Andreas Kuen beinahe den zweiten so spielstarken SVM-Akteur nach einem Foul von hinten von Alain Wiss. Der Altach-Verteidiger kassierte Gelb, Trainer Franz Ponweiser reagierte auf die Szene noch zwei Tage danach gereizt. „Das Foul war ein Witz. Kuens Bein war hinten am Unterschenkel blau und schaute ganz bitter aus. Mit etwas Pech wäre das fatal ausgegangen.“

Bei Gruber wurde es bekanntlich ein Ausfall. „Das ist schon ein Wahnsinn. Wir haben kaum muskuläre Verletzungen, gehen sehr sensibel in der Trainingssteuerung vor – und dann hauen sie uns die Spieler zusammen.“

„Bei anderen Mannschaften werden die Prinzessinnen sofort geschützt. Bei uns ist das nicht der Fall.“Trainer Franz Ponweiser in Anspielung darauf, dass mit Andi Gruber und Andi Kuen die spielstärksten Akteure zuletzt abgeklopft wurden.

Ponweiser würde sich hier seitens der Schiedsrichter mehr Schutz für seine spielstärksten Akteure wünschen. Hier habe der SVM aufgrund seines traditionell kampfbetonten Rufs aber scheinbar schlechte Karten, wie der Coach feststellt: „Bei anderen Mannschaften werden die Prinzessinnen sofort geschützt. Bei uns ist das nicht der Fall.“ Hinzukam, dass sich Neo-Abwehrchef Jano bei einer Attacke an (!) Altachs Sidney Sam auch noch einen Seitenbandeinriss im Knie zuzog.

„Das Band ist nicht abgerissen, ein paar Wochen wird er aber schon fehlen“, sagt Ponweiser, der somit auch bei der Aufstellung handeln muss. Gegen Altach ersetzte Nedeljko Malic den Spanier Jano. Im Mitttelfeld kam Julius Ertlthaler statt des angeschlagenen Florian Hart zum Zug. Hart ist in dieser Woche wieder ins Trainings eingestiegen. Auch Verteidiger Michi Steinwender kann nach einer Verhärtung in der Wade übrigens wieder voll mitmachen.

Und weil neben den verletzungsbedingten Ausfällen von Gruber und Jano mit Kuen, Malic, Fabian Miesenböck sowie Philipp Erhardt gleich vier Profis mit je vier Verwarnungen gefährdet sind (bei der nächsten Gelben Karte wären sie gesperrt), könnte es in den kommenden Runden zu weiteren grün-weißen Personalrochaden kommen. „Ich habe das schon gesagt, dass wir alle brauchen werden. Und ich bin auch fest davon überzeugt, dass der eine oder andere junge Spieler dabei Einsatzzeiten bekommen wird.“

Zur Auswahl. Marko Kvasina kam in der bisherigen Saison überwiegend als Joker zum Einsatz. Nach dem erneuten Ausfall von Andreas Gruber steht auch er wieder als Kandidat bereit.
BVZ

Aber egal, wer letztlich am Platz steht. Jeder sei gefordert, ganz gleich ob am oder auch abseits des Feldes. „Alle sind in der Pflicht – jeder Spieler und jeder Betreuer.“ Schließlich gehe es darum, sich als Kollektiv zu präsentieren. „Wir haben das schon nach der vierten Runde beim WAC (Anm.: der 0:5-Niederlage in Wolfsberg) klar angesprochen. Seitdem zeigen alle auch ein richtig gutes Gesicht. Da müssen wir dranbleiben und dürfen auf keinen Fall jammern.“ Zudem werden nun wohl auch vermehrt jene Kicker ihre Chance erhalten sich zu beweisen, die bislang vorwiegend geduldig bleiben mussten. „Man wird sehen, wer dann auch durchs Feuer geht“, fordert Franz Ponweiser von allen totalen Einsatz.

Denn die sportliche Entwicklung lässt ihn zuversichtlich nach vorne blicken. Auch wenn es zuletzt beim 0:0 gegen Altach zu keinem Sieg reichte. „Echt schade, weil es vor allem in der ersten Hälfte bärenstark war, wie wir Altach in die eigene Hälfte reingespielt haben. Nach der Pause haben wir dann vielleicht zu sehr mit angezogener Handbremse agiert.“ Aber gleichzeitig kein Gegentor kassiert. „Und genau diese Tugend müssen wir auch gegen Rapid an den Tag legen.“