Der Kinderarzt und ehemalige Primar des Krankenhauses in Eisenstadt Dr. Hans Peter Wagentristl half beim Aufbau einer Neugeborenenintensivstation in Afrika. Was in Kleinhöflein mit der Taufe des kleinen Valentin begann, wurde zu einer Mission, die Leben retten kann.
Pannonische Tafel eröffnete neuen Standort
Sozialprojekt
650.000 Kilo Lebensmittel verteilt die Pannonische Tafel im Jahr. In Eisenstadt wurde jetzt ein neuer Standort bezogen.
Andrea Roschek (2.v.r.) und freiwillige Helferinnen und Helfer im neuen Lokal der Pannonischen Tafel in Eisenstadt.
© BVZ / Kirchmeir
2012 hatte Andrea Roschek in Eisenstadt ihr Sozialprojekt gegründet. Die Pannonische Tafel war lange in einem Haus in der Neusiedler Straße untergebracht. Dort hatte man zwar Platz, aber die Miete stieg. "Von 1.800 Euro am Anfang auf 3.500 Euro zuletzt", sagt Andrea Roschek. Außerdem sei das Haus alt gewesen. "Es war schimmlig, die Mäuse fraßen sich durch", erzählt sie.
Am 23. Oktober 2026 eröffnete Andrea Roschek mit ihrem Team in der Mattersburger Straße 37a ein neues, modernes Lokal in Räumlichkeiten, wo früher Crossfit-Trainings stattgefunden hatten. Auf 220 Quadrametern Fläche gibt es hier "Foodcorner", "Marktplatz" und "Wohnzimmer".
"Wir sparen uns die Parkstrafen"
"Fast 1.000 Euro weniger Miete" zahlt die Pannonische Tafel hier, sagt Andrea Roschek. "Und wir sparen uns die Strafen und Parkgebühren." In der Neusiedler Straße mussten ihre Lieferbusse nämlich in der gebührenpflichtigen Kurzparkzone stehen bleiben. "Die Stadt war nicht bereit, uns eine Parkzonengenehmigung zu geben", bedauert die Gründerin des Sozialprojekts.
100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen die Pannonische Tafel, vorwiegend sind es Pensionisten. "Um 6 Uhr morgens holen sie Lebensmittel von Supermärkten und Produzenten. Sie fahren bis Wien, in den Seewinkel und in die Steiermark", berichtet Andrea Roschek.
Ab 12 Uhr erfolgt die Ausgabe der Lebensmittel in Eisenstadt und am Standort in Oberpullendorf. In Oberwart betreibt die Pannonische Tafel ein Lokal mit "Marktplatz" und "Wohnzimmer". Am Marktplatz kann man gebrauchte Kleidung, Möbel und Haushaltsgegenstände gegen Spenden erwerben, im Wohnzimmer herrscht Kaffeehausatmosphäre - beide Angebote gibt es auch in Eisenstadt und Oberpullendorf.
Hilfe für armutsgefährdete Menschen
Um bei der Pannonischen Tafel Lebensmittel beziehen zu können, muss man einen Antrag ausfüllen. Um 4 oder 5 Euro bekommt man dann einen Karton voller Produkte für den täglichen Bedarf.
"Damit decken wir 40% unserer monatlichen Kosten", sagt Andrea Roschek. 18.000 Euro braucht sie monatlich für die drei Standorte der Pannonischen Tafel - "für Miete, Betriebskosten, sechs Transporter, deren Wartung und Benzin".
30 einkommensschwache Familien werden in Eisenstadt regelmäßig unterstützt. "Am Monatsende kommen mehr", sagt die Betreiberin der Pannonischen Tafel. 12 bis 15 Stunden arbeite sie täglich. "In der Nacht schreibe ich Bettelbriefe und plane Charitys", sagt Andrea Roschek. 62 Jahre sei sie mittlerweile alt. "Ich weiß nicht, wie lange ich das noch machen kann."
Der Bedarf an sozialer Unterstützung sei jedenfalls groß. Tausende Menschen hat die Pannonische Tafel seit ihrer Gründung bereits mit Lebensmitteln und Hilfsangeboten unterstützt.
"Stark, was Frau Roschek da aufgebaut hat", freuen sich Mitglieder des Lions-Clubs Eisenstadt, der das Sozialprojekt unterstützt. "Schade, dass sie nicht entsprechend von Stadt und Land unterstützt wird", bedauert das Ehepaar, das bei der Eröffnungsfeier in Eisenstadt anwesend war.