Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Angeklagte fehlten: Zwei Frauen schwänzten ihre Strafprozesse
Bezirk Eisenstadt
„Bei Aufruf der Sache nicht erschienen“: Zwei Frauen aus Stadt und Bezirk Eisenstadt tauchten am Montag, 22. Juli 2024, einfach nicht im Gerichtssaal auf.
Bei zwei Prozessen blieb die Anklagebank im Gerichtssaal leer.
© BVZ/Kirchmeir, BVZ/Kirchmeir
Für den Vormittag und den Nachmittag war an diesem Tag je ein Strafprozess angesetzt. Am Vormittag sollte sich eine 51-Jährige aus dem Bezirk Eisenstadt wegen schwerer Nötigung verantworten, für den Nachmittag war eine Eisenstädterin wegen des Vorwurfs der Verleumdung geladen worden.
Die 51-Jährige hätte sich eigentlich vor dem Prozess bei der Polizeiinspektion in ihrer Ortschaft melden sollen, dieser Aufforderung war sie nicht nachgekommen. Am Prozesstag selbst glänzte sie am Landesgericht durch Abwesenheit. Nicht einmal ihren Anwalt, der ihr als Verfahrenshelfer beigestellt worden war, hatte sie vorab kontaktiert.
Die 51-Jährige soll zwei Mitarbeiterinnen des Landesgerichts telefonisch bedroht und dadurch genötigt haben. Der Prozess gegen die Anruferin wurde nun auf Ende September 2024 vertagt. Die Richterin kündigte an, sie werde neuerlich versuchen, die Angeklagte zu laden.
Angeklagte angeblich „bettlägrig“
Auch am Nachmittag warteten die Richterin, Staatsanwältin und Verteidigerin vergeblich auf die für 13.30 Uhr geladene Angeklagte. Die Verteidigerin berichtete, dass ihre Mandantin sie kurz vor dem Verhandlungstermin angerufen und mitgeteilt habe, sie sei bettlägrig.
„Ich habe die Polizei zu ihr nach Hause geschickt“, teilte die Richterin mit. Die Beamten hätten die angeblich Bettlägrige dort aber nicht angetroffen. Seit 11 Uhr habe die Polizei nach der Angeklagten gesucht, um sie zeitgerecht ins Gericht zu bringen.
Vom Gerichtssaal aus versuchte die Richterin die Angeklagte telefonisch zu erreichen. Nachdem diese zunächst nicht abgehoben hatte, rief sie Minuten später zurück. „Man hat Sie seit 11 Uhr gesucht“, hielt die Richterin der Frau am Telefon vor. „Wenn Sie so krank sind, wundert es mich, dass Sie nicht im Bett liegen.“
Die Angeklagte war bereits zu einem früheren Prozesstermin nicht erschienen. Sie muss sich wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage verantworten, weil sie einen Wiener zu Unrecht beschuldigt hatte. Dieser war mit seiner Mutter bereits zum zweiten Mal vergeblich zur Zeugenaussage nach Eisenstadt angereist.
„Sie können dem Verfahren nicht entgehen“, ermahnte die Richterin die Angeklagte am Telefon. „Es geht bei Ihnen um einiges...“
Am 26. August 2024 wird ein neuer Versuch gestartet, den Prozess gegen die Eisenstädterin durchzuführen.