Trotz restriktiver Haushaltsführung bleibt die Budgetsituation in der Stadt angespannt. Der Gemeinderat beschloss nun einen Nachtragsvoranschlag und die Aufnahme eines 1,9-Millionen-Euro-Kredits.
Dicke Luft wegen Vereinsförderungen in Hornstein
Neue Richtlinie
Der Hornsteiner Gemeinderat beschloss eine neue Vereinsförderrichtlinie. Die SPÖ sieht darin einen Schlag gegen das Vereinsleben in Hornstein - für Bürgermeister Christoph Wolf „pure Polemik“.
Daniel Högerl, Obmann Jugendblasmusik der FF Hornstein, Bürgermeister Christoph Wolf und ASV Hornstein-Obmann Christian Pölzlbauer.
© Marktgemeinde Hornstein
Die SPÖ Hornstein schießt erneut mit scharfer Kritik gegen Bürgermeister Christoph Wolf. Die neue Vereinsförderung sei eine „Verhöhnung des Ehrenamtes“, die ÖVP wolle das „Vereinsleben und unsere lebendige Dorfgemeinschaft zerstören“. Vize-Bürgermeister Rainer Schmitl: „Wir lassen uns das für unsere Hornsteiner Vereine nicht gefallen und erwarten daher Besinnung seitens der ÖVP und eine Überarbeitung der Richtlinien, damit sie für alle Hornsteiner Vereine auch umsetzbar sind.“
Grund für den Streit ist ein Beschluss des Gemeinderates, wonach Vereine sich ihre Förderungen nun erst nachträglich quartalsweise von der Gemeinde zurückholen können. Gemäß der neuen Vereinsförderungsrichtlinie solle daher etwa der ASV Hornstein eine Energierechnung in Höhe von 8.000 Euro im Voraus bezahlen, moniert Schmitl. Noch dazu habe die ÖVP die Mieten für das gemeindeeigene Forsthaus bezahlen deutlich erhöht - ein weiterer Schlag für die Vereine, so die SPÖ.
„Ein Beispiel von vielen, das zeigt, dass sich die ÖVP nichts Sinnvolles überlegt hat und ihre Arbeit nicht angemessen erledigt. Mit ihrer weltfremden Ansicht zu Vereinsförderung macht sie allen das Leben schwer“, so die Gemeindeopposition.
© SPÖ Hornstein
Bürgermeister Christoph Wolf: „Pure Polemik“ der SPÖ
Bürgermeister Christoph Wolf versteht die Aufregung nicht, mit der neuen Richtlinie habe man lediglich „die gelebte Praxis in Richtlinien gegossen.“ Die Gemeinde fördere ihre Vereine 2023 mit 48.350 Euro und Sachleistungen um 115.000 Euro: „Neben der Übernahme der Pacht reichen die Sachleistungen über kostenlose Nutzung von Gemeindegebäuden bis hin zur kostenlosen Bereitstellung von Hütten und WC-Wagen für Veranstaltungen.“
Gemäß einer Vorgabe des Landes habe man transparente Richtlinien erstellen müssen, was die letzten 20 Jahre nicht geschehen sei. Künftig muss die Verwendung der zuvor pauschal ausbezahlten Gelder nachgewiesen werden. „Wir denken, das ist für öffentliche Gelder mehr als legitim. Es hat damit auch kein Verein ein Problem.“ Generell hätten alle Vereine in einer gemeinsamen Sitzung den neuen Richtlinien zugestimmt. Im Falle des ASV Hornstein wurde zudem am Montag eine Vorauszahlung übermittel, „damit es bei ihnen nicht zu einem finanziellen Engpass kommt.“
Die Kritik der SPÖ sei „pure Polemik“, es gehe ihr dabei um „parteipolitisches Kleingeld auf Kosten der guten Arbeit unserer Vereine. Wenn die SPÖ sonst keine Themen hat, tut es mir Leid.“