Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Bezirk Eisenstadt: 30 Monate Haft für Cannabisplantage
Drogenprozess
54 Cannabispflanzen fand die Polizei im Obergeschoß eines Hauses im Bezirk Eisenstadt. Der Betreiber der Drogenplantage stand jetzt vor Gericht.
Der vorbestrafte 31-Jährige sagte: "Natürlich habe ich ein bissl weitergegeben."
© BVZ/Kirchmeir
Der 31-Jährige hat einen Arbeitsplatz, drei einschlägige Vorstrafen, ein minderjähriges Kind und 6.800 Euro Schulden. Mit seiner Freundin lebt er im Bezirk Eisenstadt. Im Haus des Paares fand die Kriminalpolizei im Dezember 2025 eine Drogenplantage mit 54 Cannabispflanzen.
„Solche Mengen braucht man nicht für den Eigenkonsum“, sagte am 12. Mai 2026 im Landesgericht Eisenstadt der Staatsanwalt. Die Ermittler hatten am Handy des Verdächtigen Chats gefunden. „War bumm-zua“, hatte ein Arbeitskollege geschrieben.
„Musste mit Bewährungshilfe quatschen“
„Ich hatte nach der letzten Verurteilung eine Suchtberatung und musste einmal in der Woche mit der Bewährungshilfe quatschen“, sagte der Angeklagte. Immer wieder habe er Harntests abgeben müssen.
Bei der Polizei hatte er behauptet, seit 2017 täglich vier Joints mit einem Gramm Cannabis geraucht zu haben.
„Das war wahrscheinlich nur so dahergesagt“, relativierte er diese Angaben vor der Richterin.
„Sie erhielten zuletzt einen Strafaufschub mit der Weisung, eine Therapie durchzuführen, und dann rauchen Sie weiter? Was soll ich Ihnen noch glauben?“, fragte die Richterin den Angeklagten.
„Sie glauben es dir nicht, wenn du sagst, du rauchst nicht“, äußerte sich der Angeklagte über die Einvernahme bei der Polizei.
Glassplitter im Cannabis aus Wien?
Mit seiner Freundin sei er nach Wien gefahren, um Cannabis einzukaufen. „Wir bekamen mit, dass Glassplitter drinnen waren“, sagte der Angeklagte. „Es war mit Zuckerwasser und Haarspray gestreckt.“
Da habe er sich entschlossen, die Drogen „lieber selbst anzubauen“.
Im Frühjahr 2025 setzte er im Garten eine Cannabispflanze. 850 Gramm Cannabis sollen daraus gewonnen worden sein. „Die Pflanze ist explodiert, das wurde ein Riesending“, sagte die Freundin des Angeklagten. „Er gab an Kollegen weiter, ein Gramm, gerade so viel, dass man schlafen kann“, erzählte sie.
„Wenn Kollegen fragten, sagte ich nicht nein“
„Wenn Arbeitskollegen fragten, ob ich etwas habe, dann habe ich nicht nein gesagt“, gab der Angeklagte zu, Drogen weitergegeben zu haben.
Im Herbst habe er dann indoor Cannabis in 54 Töpfen angebaut, aber nur für den Eigenkonsum. „Ich muss jetzt nur mehr alle drei Monate einen Drogentest machen, da hätte ich dazwischen ein bissl konsumieren können“, meinte der Angeklagte.
„Sie reden sich um Kopf und Kragen“, hielt der Staatsanwalt dem Drogenzüchter vor. „54 Pflanzen für ein bisschen Drogenkonsum?“
Equipment bei Amazon bestellt
Man hatte in dem Wohnhaus neben der professionell ausgestatteten Plantage eine Waage und vakuumverpackte Cannabisblüten gefunden. „Das Equipment kaufte ich über Amazon, die Pflanzen über Händler in Wien“, sagte der Angeklagte.
Er wurde gemäß der Anklage - also sowohl zur Drogenproduktion, als auch zur Weitergabe und zum Eigenkonsum - schuldig gesprochen und zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.